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Pferderatgeber

Die Ausbildungsskala - Grundausbildung von Reiter und Pferd

Alles über die Punkte der Ausbildungsskala

Die Ausbildungsskala entsprechend der klassischen Reitweise beinhaltet die psychische und physische Ausbildung eines Pferdes, um einerseits sein Potenzial ausschöpfen zu können und andererseits ein zuverlässiges und vielseitiges Reitpferd zu erhalten. Die Ausbildungsskala sollte unabhängig von seinem Verwendungszweck mit jedem Pferd durchlaufen werden, das vor dem Wagen oder unter dem Sattel genutzt werden soll.

Begriffsdefinition Ausbildungsskala

Die Ausbildungsskala gliedert sich in drei Phasen beziehungsweise sechs Schwerpunkte, wobei keiner für sich alleine betrachtet werden kann, sondern es immer ein gegenseitiges Wechselspiel zwischen allen Phasen und Schwerpunkten gibt. Dies gibt dem Ausbilder genügend Freiraum die Ausbildung flexibel an das individuelle Pferd anzupassen und dennoch ein standardisiertes Ziel zu erreichen. Nicht nur für die Grundausbildung eines Pferdes, sondern auch für den Trainingsaufbau einzelner Lektionen kann die Ausbildungsskala herangezogen werden.

Die sechs Punkte der Ausbildungsskala

Takt, Losgelassenheit, Anlehnung, Schwung, Geraderichten und Versammlung sind die sechs Schwerpunkte der Ausbildungsskala. Je weiter ein Pferd auf der Ausbildungsskala in den einzelnen Bereichen voranschreitet, desto besser wird insgesamt seine Durchlässigkeit und damit Gehorsam und Rittigkeit. Hierzu müssen alle sechs Ausbildungsschwerpunkte einen ähnlichen Level erreicht haben.

Erste Phase: Gewöhnungsphase mit Takt, Losgelassenheit und Anlehnung

Die meisten Pferde bringen von Natur aus einen taktreinen Gang mit. Die Herausforderung liegt darin, auch unter dem Reiter und in Kurven einen regelmäßigen Gang herauszuarbeiten. Rhythmus und Schrittlänge sollen auf allen vier Beinen gleichmäßig und entsprechend der Abfußungsreihenfolge der jeweiligen Gangart sein. Parallel zum Takt wird in dieser ersten Phase an der Losgelassenheit gearbeitet. Den Erfolg lösender Übungen kann man an einem mitschwingenden Pferderücken und zwangloser Muskeltätigkeit erkennen. Diese physische Losgelassenheit kann nur dann entstehen, wenn das Pferd auch auf der psychischen Ebene Losgelassenheit entwickelt hat. Gleichmäßige Bewegungen, motivierte Mitarbeit des Pferdes und ein zufriedener Gesichtsausdruck sind Indikatoren für das Erreichen von Losgelassenheit. Der dritte Schwerpunkt, der in der Gewöhnungsphase von großer Bedeutung ist, beschäftigt sich mit der Anlehnung. Besteht eine weiche Verbindung zwischen Reiterhand und Pferdemaul, spricht man von „am Zügel gehen“. Dies erreicht der Reiter, indem er die Zügel anstehen lässt und durch treibende Hilfen das Pferd „an den Zügel heranreitet“. Dies führt dazu, dass sich das Pferd vertrauensvoll am Gebiss und damit den Reiterhilfen „anlehnt“, sodass es mehr Sicherheit durch die Führung erlangt.

Zweite Phase: Entwicklung der Schubkraft über Losgelassenheit, Anlehnung, Schwung und Geraderichten

In der zweiten Phase der Ausbildungsskala wird auch weiterhin an den beiden Schwerpunkten Losgelassenheit und Anlehnung gearbeitet, die bereits in der ersten Phase im Fokus der Ausbildung standen. Neu kommen in dieser zweiten Phase Schwung und Geraderichten hinzu. Schwung kann nur in Gangarten mit Schwebephase entwickelt werden, also im Trab und im Galopp. Schwung entsteht, wenn die Hinterbeine des Pferdes energisch Abfußen und anschließend unmittelbar aktiv in der Bewegung mitgeführt werden. Dieser Schwung aus der Hinterhand überträgt sich auf den mitschwingenden Rücken und die Vorderhand. Das Geraderichten beinhaltet in erster Line gymnastische Übungen, um die natürliche Schiefe des Pferdes auszugleichen. Ein geradegerichtetes Pferd kann man daran erkennen, dass auch auf gebogenen Linien die Hinterhand genau in der Spur der Vorderhand folgt. Erst dann kann ein Pferd auf beiden Händen gleich gearbeitet werden, eine gleichmäßige Belastung beider Seiten ist gegeben und die nächste Ausbildungsphase kann eingeleitet werden.

Dritte Phase: Entwicklung der Tragkraft über Schwung, Geraderichten und Versammlung

In der dritten und letzten Phase der Ausbildungsskala wird das Ziel der klassischen Ausbildung erreicht, nämlich die Versammlung. Das Ziel ist, eine vermehrte Lastaufnahme auf die Hinterhand zu erreichen. Von Natur aus ist der größte Teil des Pferdegewichtes auf der Vorderhand, was im Reitsport zu einer übermäßigen Belastung der Vorderbeine führen würde. Daher wird eine gleichmäßige Lastaufnahme auf allen vier Beinen angestrebt. Der Grad der Versammlung wird anhand der Hankenbeugung, der Schwungaufnahme und der Aktivität in der Hinterhand beurteilt. Zur Versammlung gehören auch die Aufrichtung und das Entwickeln der Selbsthaltung.

Ziel der Ausbildungsskala: Durchlässigkeit

Am Ende der Ausbildungsskala steht die allgemeine Durchlässigkeit des Pferdes, die anhand der Versammlung in allen drei Grundgangarten beurteilt werden kann. Aber auch nach Erreichen dieses höchsten Zieles müssen Pferd und Reiter daran arbeiten, sich diesen Zustand zu erhalten. In der weiterführenden Ausbildung wird jede neue Lektion entsprechend den Schwerpunkten der Ausbildungsskala trainiert, bis die ganze Lektion in Versammlung geritten werden kann.

 

   

 

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