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Degu Ratgeber: Tipps zur artgerechten Haltung und Zucht von Degus als Haustiere

Grafik Degu als Haustier Sie sollten sich umfassend über die Haltung von Degus informieren, bevor Sie sich welche anschaffen. (Einfach klicken zum Vergrößern)

Aufgrund ihrer Aktivität und Verspieltheit gewinnen die kleinen Nager zunehmend an Beliebtheit. So werden Degus seit etwa Mitte des 20. Jahrhunderts auch als Heimtiere gehalten. In der Haltung sind sie weitaus anspruchsvoller als andere Nagetiere, mit etwas Geduld können sie jedoch sehr zutraulich werden. Hier gibt es also einiges zu beachten. Zudem sind sie sehr eifrig was das Nagen angeht - in ihren Käfigen zernagen sie alles, was ihnen in den Weg kommt. Lesen Sie folgend mehr über die Pflege und Zucht von Degus.

Allgemeines

Degus sind eine aus Chile stammende Nagetierart. Sie gehören zur Familie der Trugratten (Octodontidae) und bewohnen in ihrem Ursprungsland bevorzugt offene Steppenlandschaften. Sie sind tagsüber aktiv - nachts und bei großer Hitze ziehen sie sich in Höhlen zurück. Dabei wird der selbstgebaute Degubau von jeweils einer Degugruppe bewohnt, die sich in einem erweiterten Gebiet mit mehreren Gruppen zu Familienverbänden mit bis zu 200 Degus zusammenschließt.

Größe und Aussehen

Degus sind in der Regel 180 bis 300 Gramm schwer und weisen eine Rumpflänge von ca. 12 bis 19 Zentimetern auf. Sie besitzen eine bräunliche Fellfarbe auf der Oberseite, der Bauch ist gelblich weiß. Als weiterer Farbschlag ist inzwischen der blaue Degu bekannt, auch Schecken kommen vor. Die Farbzucht ist jedoch kritisch zu betrachten, da sie häufig zu Lasten der Gesundheit der Tiere geht. Ihr Hals ist kurz und dick, die Rückenlinie gewölbt. Die Vorderbeine sind kurz und die Hände besitzen vier Zehen, während die Füße der langen Hinterbeine je fünf Zehen besitzen. Für das Aussehen charakteristisch ist zudem ihr 10 Zentimeter langer Schwanz. Dieser ist komplett behaart und weist am Ende eine dunkle Quaste auf. Bei Gefahr wird die Schwanzhaut abgeworfen. Vermeiden Sie es daher Ihren Degu am Schwanz zu packen. Er wächst nicht erneut nach. Die Augen des Degus sind groß und dunkel. Auch die Ohren sind im Vergleich zum Körper relativ groß.

Deguhaltung

Die Haltung ist anspruchsvoll

Bevor Sie sich für Haltung von Degus entscheiden, müssen Sie sich gut überlegen, ob Sie den Tieren die erforderlichen Bedingungen bieten können. Durch ihre hohe Agilität sind Degus eher für Menschen geeignet, die beim Beobachten genießen können. Wer auf der Suche nach einem Schmusetier ist, für den kommen andere Tiere in Frage. Ihre Haltung ist anspruchsvoll, sodass die Deguhaltung gerade für Neuhalter und Tierunerfahrene einen hohen Schwierigkeitsgrad aufweist. Degus sind gesellige Nager. In der freien Natur leben sie in größeren Gruppen zusammen. Für die Haltung zu Hause bedeutet das: Degus sollten als Haustiere niemals alleine gehalten werden. Es empfiehlt sich die Anschaffung von mindestens drei Tieren. Schnell werden Sie beobachten können, wie die Kleinsäuger miteinander kommunizieren. Dies geschieht mit besonderen Lauten und einer sehr ausdrucksstarken Körpersprache. Beachten Sie: Degus haben einen stark ausgeprägten Nagetrieb. Daher sollten Sie ihnen immer Äste oder Zweige zur Verfügung stellen. Ansonsten kann es schnell passieren, dass sie die Einrichtung des Käfigs anfressen.

Der Käfig

Bild Gruppe von Degus auf einem ZweigDie kleinen Nagetiere sind gesellig und sollten am besten immer zu dritt gehalten werden.

Nicht jeder Käfig ist für diese besonderen Nager geeignet. Sie sind wahre Ausbruchkünstler, sodass der Käfig aus stabilem Draht bestehen sollte. Aufgrund des großen Bewegungsdrangs muss zudem auf die Größe des Degukäfigs geachtet werden. Die Mindestmaße für zwei bis fünf Degus liegen bei 80 x 50 x 150 cm (LBH), wenn möglich jedoch noch größer. Die im Handel erhältlichen Kleintierkäfige sind daher häufig ungeeignet. Als Einstreu kann normales Kleintierstreu verwendet werden. Vermischen Sie dieses am besten mit ein wenig Heu und füllen Sie es hoch ein (10 - 15 Zentimeter), sodass die Degus darin graben können. Verzichten Sie auch nicht auf ein Sandbad, wenn Sie Ihren Tieren eine Freude machen wollen. Degus lieben es, sich im Sand zu wälzen. Zusätzlich dient es der Fellpflege. Als Alternative zu einem Käfig kann auch ein Terrarium aus dickem Glas verwendet werden. Da Degus kein grelles Licht mögen, können Sie eine Milchglasfolie als Zuschnitt für das Terrarium besorgen. Den Standort für das Terrarium bzw. den Käfig sollten Sie bedacht auswählen. Es sollte weder zugig noch heiß sein. Auch ein Zimmer, in dem allzu großer Trubel herrscht, ist ungeeignet.

Ernährung

Heu macht in der Deguhaltung den Hauptbestandteil der Nahrung aus. Zusätzlich zum frischen Heu kann es täglich eine Portion Grünfutter bestehend aus Kräutern, Blüten oder Blättern geben. Als Gemüse können zum Beispiel Karotten, Kohlrabi, Paprika oder Gurken gefüttert werden. Da der Organismus eines Degus nur sehr wenig Herbizide und Pestizide verkraften kann, sollten sie Gemüse aus dem Supermarkt vorzugsweise schälen und auf Blattsalate etc. verzichten. Zuckerzusätze und Früchte sind ungeeignet, da Degus allgemein anfällig für Diabetes sind. Als Leckerei können Sie besser auf Nüsse und Kerne zurückgreifen. Getreide stellt eine willkommene Abwechslung dar, darf aber nur einen sehr geringen Teil des Futters ausmachen. Zum Knabbern können Sie, wie bereits erwähnt, regelmäßig Zweige in den Käfig legen.

Häufige Degu-Krankheiten

Im Allgemeinen sind Degus nicht krankheitsanfälliger als andere Heimtiere auch. Dennoch haben Überzüchtungen zu einigen Gebrechen geführt. Wie krankheitsanfällig ein Tier ist, bestimmen letztlich die individuellen genetischen Umstände. Vor allem Stress ist ein Hauptfaktor, der eine Vielzahl von Erkrankungen begünstigt. Daher ist es besonders wichtig, den Käfig fernab eines Kinderzimmers oder eines Durchgangs mit viel Trubel zu platzieren. Stress kann Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber auch Diabetes hervorrufen - eine Krankheit, für die Degus sowieso anfällig sind und die zur Erblindung führen kann. Sie erkennen die Krankheit durch eine weiße Pupille in der Mitte des Auges. Auch Atemwegserkrankungen und Lungenentzündungen kommen häufig vor und führen im schlimmsten Fall zum Tod. Die Ursache liegt oftmals in zu staubiger Einstreu, die zu Belastungen der Atemwege führt. Vermeiden Sie außerdem spitze und gefährliche Gegenstände im Käfig. Degus sind anfällig für Verletzungen jeglicher Art. Besitzen Sie eine große Degu-Familie, ist es zudem ratsam Jung- und Alttiere zu trennen, da es nicht selten zu Bissverletzungen kommt. Eine Notrufnummer des Tierarztes sollte immer schnell griffbereit sein.

Degu-Zucht

Bild Degu im KäfigSie sollten bedenken, dass eine artgerechte Haltung von Degus sehr kostenintensiv sein kann.

Sie spielen mit dem Gedanken, Degus zu züchten? In diesem Fall sollten Sie zunächst sicherstellen, dass Sie auch Abnehmer für die Tiere finden. In Tierheimen warten viele der kleinen Nager auf ein neues Zuhause und auch privat werden inzwischen zahlreiche Tiere vermittelt. Haben Sie sich für die Degu-Zucht entschieden, ist ein Käfig in der Regel nicht ausreichend. Für die Zucht sollten Sie nur die kräftigsten und schönsten Tiere verwenden und diese anschließend in einem separaten Käfig unterbringen. Die Tragzeit beträgt bei Degus etwa drei Monate. Zumeist bringt die Degu-Mutter etwa 3 bis 7 Junge zur Welt. Während der Tragzeit sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass dem Weibchen eine ausgewogene Ernährung und genügend Flüssigkeit zur Verfügung stehen. In der ersten Woche nach der Geburt sollten Sie das Nest des Öfteren kontrollieren. Beobachten Sie jedoch nur und greifen Sie nur dann ein, wenn etwas ungewöhnlich erscheint. Nach der ersten Woche können die Jungen dann allmählich an die Hand gewöhnt werden. Mit ca. vier Wochen werden die kleinen Degus dann langsam von der Mutter entwöhnt, mit spätestens sechs Wochen sind sie in der Regel selbständig. Sind auch Sie Degu-Züchter, so können Sie hier eine kostenlose Kleinanzeige für Ihren Nachwuchs aufgeben:

 

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