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Chinchilla - Haltung, Pflege, Ernährung & Co.

ChinchillaChinchillas sind Nagetiere, die ursprünglich aus Südamerika kommen.

Du oder Deine Kinder wünschen sich ein Chinchilla als Haustier? Bevor Du Dir dieses exotische Nagetier aus Südamerika ins Haus holst, solltest Du Dich genauestens über die artgerechte Haltung informieren. Außerdem solltest Du Dir überlegen, ob ein Chinchilla das Richtige Haustier für Dich und Deine Familie ist. In unserem Ratgeber informieren wir Dich über die verschiedenen Arten, die Geschichte, Haltung und Pflege, sowie über die Ernährung, Gesundheit und Geschlechtsreife der Nagetiere.

Herkunft: Südamerika
Größe: 22-38 cm Kopf-Rumpf-Länge
plus 7,5-15 cm Schwanzlänge
Gewicht: Männchen bis 800 g
Weibchen bis 1.000 g
Farben: Hell- bis dunkelgrau,
Bauch und Pfoten weiß,
diverse Sonderfarben
Fellstruktur: Seidenweich, dicht,
1,5-3,5 cm lang
Lebenserwartung: 15-22 Jahre

Arten & Aussehen

Chinchilla Arten

Es gibt heute zwei Arten von Chinchillas: Langschwanz-Chinchillas (Chinchilla lanigera) und Kurzschwanz-Chinchillas (Chinchilla brevicaudata - heute Chinchilla chinchilla; auch Berg-Chinchilla).

Dunkelgraues Chinchilla Bei erhältlichen Chinchillas handelt es sich in der Regel um die langschwänzige Variante.

Das Langschwanz-Chinchilla hat zwar einen längeren Schwanz (14 cm), ist aber rein körperlich eher kleiner (Körperlänge 26 cm) als sein Verwandter. Der Kopf ist spitzer, die Ohren größer (eher länglich) und die Schultern sind etwas feiner. Man unterscheidet zwischen dem La Plata Typ (kräftig, bullig), dem Costina Typ (schlanker, spitzere Ohren) und dem Raton Typ (besonders helle Unterseite).

Der Kurzschwanz-Chinchilla ist 32 cm lang, hat aber nur einen ca. 10 cm langen Schwanz. Der Kopf ist abgestumpft und die Ohren sind kleiner und rundlicher als beim Langschwanz-Chinchilla. Das Fell der sogenannten Berg-Chinchilla ist etwas länger.

Bei Chinchillas in Haltung handelt es sich eigentlich immer um Langschwanz-Chinchillas bzw. eine Mischform aus Lang- und Kurzschwanz-Chinchilla.

Zudem gab es noch Königschinchillas, die besonders groß waren: Bis zu 40 cm plus 7 cm Schwanzlänge. Das Fell der Tiere war Blaugrau und Weiß an der Unterseite. Königschinchillas sind inzwischen ausgestorben.

Allgemeine Merkmale & Fellfarben

Chinchillas haben ein sehr seidiges, weiches, feines und dichtes Fell. Das Fell ist in drei Zonen mit unterschiedlicher Farbe aufteilbar: Unterzone, Band und Spitze (Grannenhaare). Das Fell der Pfoten und am Bauch ist in der Regel heller, fast weiß. Am Rest des Körpers ist hell- bis dunkelgrau üblich. Die Ohren sind meist etwas dunkler - ebenfalls die Augen.

Zudem gibt es folgende Fellfarben:

  • Mosaik: Weißfarben mit Flecken (grau, beige, braun); schwarze oder rote Augen
  • Beige: Hellgrau-braunes Fell mit weißlichem Bauch; Ohrmuscheln rosa und Augen rot
  • Black Velvet: Fell ist dunkelgrau bis blauschwarz; Bauchfell immer weiß; dunkle Streifen auf Rücken und Pfoten
  • Ebony: Farbe egal - Bauch hat dieselbe Farbe wie Rest des Körpers
  • Apricot: Komplett weißes Fell mit Schimmer in beige; Augen rosa; Ohren rot
  • Pink White: Komplett weißes Fell; rosarota Ohren; schwarze Augen
  • Violett & Saphir: Fell ist grau; violetter bzw. bläulicher Schimmer (Fell & Ohren); Ohren schwarz; Bauch weiß
  • Schecke: Ähnlich wie Mosaik, jedoch kein weicher Übergang der Farben

Lebensraum und Geschichte

In der Natur leben Chinchillas in Felsspalten und Höhlen der südamerikanischen Anden in bis zu 5.000 m Höhe. Da es sich um sehr soziale Tiere handelt, leben sie in Gruppen von bis zu 100 Tieren zusammen. Einheimische Indianerstämme schätzen sie wegen ihres Fleisches und fertigen Decken und Mäntel aus ihrem Fell. Zudem hielten sie Chinchillas auch als Haustiere.

Bereits im 16. Jahrhundert erfreut sich die Spanische Königin an einem Chinchillagewand, dass spanische Eroberer aus Südamerika mitbringen. Produkte aus Chinchillafell werden schließlich von den spanischen Conquistadores nach Europa importiert. Dort schätzte man die Fellqualität so sehr, dass Chinchillas in Südamerika fast bis zur Ausrottung zum Pelzgewinn bejagt wurden.

Schließlich wurden Chinchillas im späten 19. Jahrhundert erstmals erfolgreich in Nordamerika gezüchtet. Im 19. Jahrhundert gibt es auch das erste lebende Chinchilla in Europa - im Londoner Tiergarten. In Deutschland werden die Nagetiere seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gezüchtet. Sie sind artverwandt mit den Meerschweinchen.

Ein Chinchilla als Haustier?

Weißes Chinchilla Weiße Chinchillas gibt es mit roten und schwarzen Augen.

Bevor Du Dir ein Chinchilla als Haustier anschaffst, solltest Du Dir über einige Punkte im Klaren sein. Dies ist besonders wichtig, wenn das Tier hauptsächlich Deinen Kindern als Gefährte dient.

  • Chinchilla werden zwar zahm, sind jedoch keine Kuscheltiere. Ans Streicheln müssen sie erst schrittweise gewöhnt werden. Sie können zudem nicht einfach auf dem Arm getragen werden und sind deshalb für Kinder keine besonders geeigneten Spielkameraden. Mache Deinen Kindern also bewusst, dass Chinchillas keine Tiere zum Knuddeln und Schmusen sind.
  • Da es sich bei Chinchillas um nachtaktive und sehr bewegungsfreudige Tiere handelt, raten wir von der Unterbringung im Kinderzimmer ab.
  • Auf Grund ihrer ausgeprägten Geselligkeit sind Chinchillas nicht für die Einzelhaltung geeignet.
  • Der Chinchillas benötigen ausreichend Platz, um sich austoben zu können. Der Käfig sollte dementsprechend groß sein.
  • Auf Grund des hohen Bewegungsdrangs benötigen die Tiere einen regelmäßigen Auslauf.
  • Für die tägliche Fellpflege benötigen Chinchillas ein Sandbad. Stauballergiker sollten dies besonders bedenken.
  • Chinchillas haben einen sehr empfindlichen Magen, weshalb sie spezielles Trockenfutter benötigen.
  • Chinchillas sind sehr reinliche Tiere, dies sollten Halter durch die regelmäßige Käfigreinigung unterstützen.
  • Chinchillas brauchen viel Aufmerksamkeit und Zeit. Neben der Käfigreinigung und Fütterung, möchten die Tiere auch beschäftigt werden.
  • Haltungskosten: Es empfiehlt sich abzuwägen, ob Du in der Lage bist die Haltungskosten für die Tiere über Jahre hinweg aufzubringen. Für zwei Chinchillas fallen monatliche Haltungskosten von ca. 35 Euro (für Futter und Streu) an, hinzu kommen gelegentliche Kosten für Tierarztbesuche oder die Erneuerung der Käfigausstattung.

Suchst Du für Deine Kinder nach einem Kuscheltier, ist ein Chinchilla nicht das passende Haustier für Dich. Hast Du mit den oben genannten Punkten jedoch keine Probleme, steht Deinem Haustierglück nichts mehr im Wege.

Chinchilla Haltung

Käfiggröße & Standort

Chinchillas brauchen ausreichend Platz, um sich wohlzufühlen. Für zwei Tiere solltest Du also mit Mindestmaßen von 150 x 80 x 150 cm rechnen. Platzsparend ist eine Voliere oder ein großer Käfig mit mehreren Etagen und Rückzugsorten. Da die Tiere nachtaktiv sind, sollten Sie sich tagsüber an einen dunklen, ruhigen Ort zurückziehen können. Achte außerdem darauf, dass der Käfig nicht direkt an einer Heizung, in der prallen Sonne oder in Zugluft steht. Andere Haustiere sollte nicht in den Käfig gelangen.

Grundausstattung des Geheges

Zur Grundausstattung eines schönen Chinchilla-Zuhauses gehören:

  • Unbehandelte Holzkästen, Schlafkisten
  • Futternapf
  • Wassernapf, Nippeltränke
  • Heuraufe
  • Schaukeln, Zwischenbretter
  • Kleintierstreu
  • Sandwanne

Mit Brettern, Blumentöpfen und Holzschaukeln kann man den Tieren schöne Kletter- und Springmöglichkeiten bieten. Als Rückzugsmöglichkeit benötigen Chinchillas einen höhlenartigen Unterschlupf, den Du mithilfe von kleinen Holzkisten und ein wenig Streu schnell einrichten kannst. Achte darauf, dass die Einrichtung möglichst nur aus Naturmaterial besteht.
Tipp: Stelle das Sandbad der Chinchillas möglichst in eine Ecke, die rundherum verschlossen ist. So können die Nager beim Sandbad den Sand nicht in der gesamten Wohnung verteilen.

Freilauf

Regelmäßiger Freilauf in der Wohnung oder im Garten sind sehr wichtig für die Tiere. Aber es muss ständig darauf geachtet werden, dass die Chinchillas keine gefährlichen oder giftigen Gegenstände oder Pflanzen anknabbern.

Da Chinchillas nachtaktiv sind, werden sie vor allem abends aktiv. Plane also in Deinen Alltag genug Zeit für den Freilauf der Tiere ein. Bringe alles in Sicherheit, was nicht verschmutzt oder beschädigt werden soll. Wie bereits erwähnt können Chinchillas ihren Kot oder Urin nicht zurückhalten.

Graues Chinchilla bei Freilauf Chinchillas brauchen täglich beaufsichtigten Freilauf - sorgen Sie für Sicherheit.

Keine Einzelhaltung

Kaufe nicht nur ein Chinchilla, sondern mindestens zwei. Chinchillas sind Gruppentiere und leiden sehr, wenn sie einzeln gehalten werden. Als Resultat bauen die Chinchillas natürlich keinen so engen Bezug zum Menschen auf wie andere einzelne Haustiere.

Bei Haltung von Böcken und Weibchen muss im Jahr mit 8 bis 12 kleinen Chinchillas gerechnet werden. Die Trächtigkeitsdauer beträgt 111 Tage. Reine Weibchen- oder Böckchengruppen sind auch möglich. Allerdings muss man dann immer mit Rangkämpfen rechnen, die vor allem bei den Böcken auch zu ernsthaften Verletzungen führen können.

Chinchillas und andere Tierarten

Chinchillas sollten unbedingt ihren eigenen Käfig haben. Auch mit Artverwandten dürfen sie nicht in einem Käfig gehalten werden. Die Nagetiere wollen ihr eigenes Reich haben. Du kannst aber Artverwandte, wie Meerschweinchen, im gleichen Raum halten, wenn die Käfige ausreichend Abstand zueinander haben. Katzen, Hunde und Vögel gehören nicht in die Nähe eines Chinchillas. Sie werden als Bedrohung betrachtet und flößen den kleinen Nagern Angst ein, was im schlimmsten Fall mit einem tödlichen Anfall enden kann.

Pflege

Käfigreinigung

Chinchillas produzieren viel Schmutz. Leider werden sie auch nicht stubenrein. Ihre Ausscheidungen können die Nager nämlich kaum kontrollieren. Richte Dich also auf tägliche Reinigung des Chinchillakäfigs ein. Da die Tiere ihren festen Kot über den ganzen Käfig verteilen, ist dieses nicht immer einfach zu bewerkstelligen. Du solltest daher den Käfig so aufbauen, dass Du alle Stellen leicht erreichen kannst. Für das Urinieren bevorzugen viele Tiere jedoch eine bestimmte Ecke.

Wenn Du trotzdem versuchen willst, Dein Chinchilla stubenrein zu erziehen, kannst Du wie folgt vorgehen: Fülle ein Katzenklo mit frischem Streu - obenauf sollte verschmutzte Streu liegen. Falls Du beim Freilauf bemerkst, dass Dein Chinchilla abkoten oder urinieren möchte, dann setzte es vorsichtig und ruhig in die Toilette. Wenn es sein Geschäft dort verrichtet, solltest Du es loben.

Sandbaden

Chinchilla reinigen ihr Fell in einem Sandbad. Dies machen sie vor allem nach Freiläufen. Deshalb muss im Käfig ein großes Sandbad eingerichtet werden. Ohne den speziellen Sand verschmutzt das sehr feine Fell der Andentiere. Es gibt speziellen Chinchilla-Sand, der die richtige Körnigkeit für das Fell der Chinchillas besitzt. Vogelsand ist kein geeigneter Sand für das Chinchilla-Bad.

Manche Tiere verwechseln das Sandbad auch schon mal mit der Toilette. Sinnvoll ist es, die Sandwanne abzudecken. Sie muss aber dann mindestens einmal am Tag fürs Sandbaden geöffnet werden. Der Sand sollte regelmäßig erneuert werden. Wenn keine starken Verschmutzungen des Sandes vorliegen, kann man diesen auch einfach sieben und mit einem Teil frischen Sand noch einmal verwenden.


Achte bei der Fellpflege darauf, ob ein Chinchilla sich selbst Haare ausrupft - ein Zeichen von Stress und Unwohlsein.

Wärmelampen für Chinchilla

Viele Chinchillas mögen Wärmelampen. Vor allem wenn sie krank sind, tanken sie unter dem warmen Licht neue Energie. Wenn Du für Deinen Nager eine Wärmelampe anbringen möchtest, beachte folgende Hinweise:

  • Die Lampe von außen anbringen, so können sich die Tiere nicht verbrennen.
  • Das Kabel außerhalb der Knabberreichweite der Tiere legen.
  • Die Wärmelampe sollte am Tag nur kurze Zeit brennen (ein bis zwei Stunden am Tag).
  • Die verwendetet Birne sollte einen kleinen Streukegel und nicht mehr als 60 Watt haben.
  • Die Chinchillas müssen eine kühle Rückzugsmöglichkeit im Käfig haben, den Lichtkegel nur auf eine Stelle im Käfig konzentrieren.

Du solltest den Einsatz der Wärmelampe möglichst beaufsichtigen.

Zahnpflege

Um Erkrankungen zu vermeiden, sollten die Zähne von Chinchillas regelmäßig untersucht werden. Dabei ist die Pflege der Milchzähne mindestens genauso wichtig wie die der permanenten Zähne. Weitere Infos hierzu findest Du im Ratgeber zur Zahnpflege bei Haustieren.

Ernährung

Beiges Chinchilla Chinchillas sind keine Kuscheltiere, können aber zahm werden.

Das Hauptfutter

Grundsätzlich bildet Trockenfutter die Standardernährung für Chinchillas. Fertigmischungen, die sich für Chinchilla-Neulinge anbieten, kann man bei Händlern erhalten. Man sollte aber genau darauf achten, was die Bestandteile des Futters sind. Zucker und Hülsenfrüchte essen Chinchillas gerne, machen aber auch schnell dick und krank.

Erfahrene Chinchilla-Besitzer mischen das Futter für ihre Nager selbst. So vermeiden sie unerwünschte Zusatzstoffe und Dickmacher. Zur guten Chinchilla-Ernährung gehören zusatzfreie Pellets, Heu und getrocknete Kräuter. Dabei ist das Heu der wichtigste Bestandteil. Auch in der Natur ernähren sich Chinchillas hauptsächlich von trockenen Gräsern und Rinde. Man sollte deshalb jeden Tag das Heu im Käfig erneuern, damit das Tier möglichst frisches Heu isst.

Das ständige Angebot von frischem Trinkwasser ist außerdem unumgänglich. Die Tiere können je nach Raumtemperatur und Tätigkeitsdrang ganz unterschiedliche Mengen trinken. Kontrolliere auch über den Tag mehrmals, ob den Chinchillas ausreichend Wasser zur Verfügung steht.

Gemüse

Viele Züchter vertreten die Meinung, dass Chinchillas gar kein Gemüse bekommen sollten, da dies zu Durchfall bei den Tieren führen kann. Wer allerdings nicht möchte, dass die Ernährung seines Chinchillas nur aus Heu, Pellets und Wasser besteht, kann mit den richtigen Informationen bedenkenlos einige Gemüsearten, zumindest in nicht zu großen Mengen, füttern. Wir haben eine Übersicht zusammengestellt was geht, und was nicht.

  • Blattspinat - hoher Oxalsäureanteil: nur sehr geringe Mengen füttern
  • Fenchelknollen - Gut verträglich bei Verdauungsbeschwerden, darf verfüttert werden
  • Gurken - Dürfen verfüttert werden, allerdings in geringen Mengen
  • Kürbis - darf verfüttert werden, wenn für menschlichen Verzehr geeignet
  • Mangold - hoher Oxalsäureanteil: nur sehr geringe Mengen füttern
  • Möhren, Karotten - dürfen verfüttert werden
  • Pastinaken - nur in kleinen Mengen anbieten, gut vor allem im Winter
  • Paprika - frische Paprika nur in sehr kleinen Mengen, Strunk muss entfernt werden, keine Chilischoten!
  • Radischenblätter - Blätter dürfen verfüttert werden, Radieschen selbst nur in kleinen Mengen
  • Rote Beete - hoher Oxalsäureanteil: nur in sehr geringen Mengen füttern
  • Sellerie - Stangen- und Knollensellerie dürfen verfüttert werden
  • Spinat - hoher Oxalsäureanteil: nur sehr geringe Mengen füttern
  • Tomaten - können zu Durchfall führen, werden nur getrocknet vertragen
  • Zuckermais - Maisblätter frisch und getrocknet verträglich, Maiskolben nicht anbieten

Obst

Obst enthält viel Zucker, daher sollte es nur als Belohnung zwischendurch gefüttert werden. Wir haben für Dich eine Übersicht zusammengestellt.

  • Äpfel
  • Birnen (selten)
  • Brombeeren
  • Cranberrys
  • Erdbeeren (mit Blättern)
  • Hagebutten
  • Heidelbeeren (mit Blättern und Ästen)
  • Johannisbeeren (selten; mit Blättern und Ästen)
  • Wassermelone/Zuckermelone (selten)
  • Weintrauben (selten; ohne Kern und Schale)

Leckereien

Bei Leckereien solltest Du auch genau auf die artgerechte Zusammensetzung achten. Gesunde Leckereien für Chinchillas sind getrocknete Kräuter. Drops und Knabberstangen aus dem Handel sollten nur wenige Male im Monat zugefüttert werden, da diese sehr schnell dick machen. Knabbersteine sollten möglichst vermieden werden. Durch das ständige Knabbern nehmen die Tiere zu viele Vitamine und Mineralien auf, und können davon auch krank werden. Meist dienen diese Steine nur zur Beschäftigung der Tiere. Die Chinchillas können sich aber auch über andere Wege aktiv beschäftigen.

Futterumstellung

Falls Du die Ernährung Deines Chinchillas verändern möchtest, ist es wichtig, dass Du diese Umstellung langsam vornimmst. Der Zeitraum der Umstellung sollte immer mehrere Wochen betragen, damit sich das Chinchilla an die neue Ernährung gewöhnen kann. Insgesamt muss aber auch darauf aufmerksam gemacht werden, dass Futterumstellungen für Chinchillas immer extremen Stress bedeuten und daher - wenn möglich - vermieden werden sollten. Am besten für das Chinchilla ist es, sein ganzes Leben das gewohnte Futter zu bekommen.

Unverträgliche Lebensmittel

Folgende Lebensmittel solltest Du auf keinen Fall füttern, da diese entweder viel zu süß sind oder zu gesundheitlichen Schäden führen können:

  • Zwiebeln
  • Schnittlauch
  • Lauchpflanzen
  • Hülsenfrüchte - Linsen, Erbsen, Bohnen
  • Rhabarber
  • Avocado
  • Zuckerrüben
  • Kirschen
  • Pfirsich
  • Pflaume
  • Nektarine
  • Mirabelle
  • Weiteres Steinobst - enthält zu viel Zucker, Steine enthalten Blausäure
  • Papaya
  • Granatapfel
  • Guaven
  • Physalis
  • Litschi
  • Mango
  • Exotische Früchte allgemein - können zu schweren Verdauungsstörungen führen

Gesundheit

Woran erkennt man ein gesundes Chinchilla?

Weißes Chinchillas mit schwarzen Ohren Gesunde Chinchillas sind sauber, haben glänzendes Fell und keine laufenden Augen oder Nase.

Verhalten und Merkmale

Ein gesundes Chinchilla erkennt man unter anderem daran, dass die Augen weder tränen noch entzündet sind. Das Gebiss darf keine Anomalien wie zu lange Schneidezähne aufweisen. Das Chinchilla sollte normal kauen. Das Näschen ist trocken und es wird nicht geniest. Das Fell ist glatt und glänzend. Es riecht nach frischem Heu und Stroh. Die Gegend um den After herum sollte sauber und frei von Verklebungen sein. Des Weiteren dürfen die Sohlen der Läufe nicht verkrustet und auch nicht durch Urin verklebt sein. Kontrolliere auch, ob die Krallen nicht zu lang sind. Am Körper sollten keine Beulen oder Schwellungen zu spüren sein.

Gewichtskontrolle

Ein gutes Zeichen für ein gesundes Chinchilla ist, wenn es munter ist und einen guten Appetit hat. Wichtig ist es daher, das Gewicht Deines Tieres regelmäßig zu kontrollieren. Um einen guten Überblick zu behalten sollte Dein Liebling mindestens einmal im Monat auf die Waage gesetzt werden. Damit Du den Überblick behältst ist es wichtig, das ermittelte Gewicht in einem Buch oder auf einem Zettel festzuhalten. So kannst Du Tendenzen und Entwicklungen erkennen. Zudem bekommst Du ein Gefühl welche Schwankungen des Gewichtes normal sind, und ab wann Du zum Tierarzt solltest.

Taste auch regelmäßig den Brustkorb und den Rücken des Tieres ab. Durch das dichte Fell des Chinchillas kann man sonst augenscheinliche Veränderungen des Gewichtes oft nicht erkennen. Auch der Kot Deines Chinchillas sollte regelmäßig kontrolliert werden, da man an Veränderungen oft Krankheiten zuverlässig erkennen kann. Durchfall oder Verstopfung sind klare Zeichen, dass mit Deinem Tier etwas nicht in Ordnung ist und Du unbedingt professionelle Hilfe zu Rate ziehen solltest. 

Häufige Krankheiten

Chinchillas haben einen sehr empfindlichen Magen. Darum leiden sie häufig an Durchfall und Verstopfung. Ursachen für Durchfall können Bakterien oder Viren im Darm, verunreinigtes Wasser, staubiges Heu oder ungewohntes Futter sein. Mit Fencheltee und einer Heudiät kann man dem Durchfall entgegenwirken. Beim Tierarzt kann man für den richtigen Elektrolyte-Haushalt (Mineralien und Spurenelemente) ein Mittelchen besorgen und die Genesung somit unterstützen.

Verstopfungen entstehen bei Chinchillas schnell durch falsche Ernährung und Futterumstellung. Wärmelampen, Bauchmassagen und ein Schuss Apfelessig im Trinkwasser können die Verstopfung lösen. Beim Tierarzt erhältst Du Medizin, die die Darmtätigkeit anregt und wieder in Schwung bringt. Ausreichend Bewegung ist wichtig für eine gesunde Verdauung der Chinchillas. Wenn der Durchfall oder die Verstopfung mehrere Tage anhalten und nicht besser werden, suche Deinen Tierarzt auf. Möglicherweise muss dann durch eine Kotprobe festgestellt werden, was der genaue Grund für die Krankheit ist.

Vor allem bei einer Chinchilla-Gruppe ist es schwierig, das kranke Tier anhand der Kotspuren im Streu zu identifizieren. Nehme Dir Zeit und beobachte Dein Nagetiere. Verschmutztes Fell oder ein sehr ruhiges Verhalten sind Anzeichen für ein Verdauungsproblem.

Vorbeugende Maßnahmen - wie ihr Chinchilla gesund bleibt

Chinchilla wird gefüttert Stellen Sie das Futter nie plötzlich um und achten Sie auf ausgewogene Ernährung.

Es sollte sich von selbst verstehen, dass Du Deinem Chinchilla immer nur frisches Futter und Heu zur Verfügung stellst. Von verdorbenem Futter werden die Tiere extrem schnell krank. Auch das Wasser muss immer frisch sein, die Flasche oder das Näpfchen täglich gereinigt werden. Auch wichtig ist es, dass die Tiere ihre Zähne benutzen können, damit diese nicht zu lang werden. Hierfür muss ausreichend Material zum Knabbern und Nagen zur Verfügung stehen. Geeignet sind Äste oder auch hin und wieder getrocknetes Vollkornbrot.

Besuch beim Tierarzt

Welcher Tierarzt ist der richtige?

Besonders wichtig ist es, vorher herauszufinden, ob der Tierarzt bereits Erfahrungen mit Chinchillas hat. Bei vielen ist dies nicht der Fall, und der Tierarzt kann in diesen Fällen nicht so fachkundig wie er sollte, mit Rat und Tat zur Seite stehen. Also vorher ausdrücklich nachfragen oder, noch besser, bereits im Vorfeld nach Chinchilla-erfahrenen Tierärzten im Internet und in speziellen Foren Ausschau halten. Man muss wissen, dass Chinchillas im Tiermedizinstudium nicht oder nur sehr stiefmütterlich behandelt werden.

Wie verhalten beim Tierarztbesuch?

Wenn der Tierarztbesuch dann ansteht, gilt es, immer alle Chinchillas gemeinsam mit in die Transportbox zu nehmen. Auch wenn nicht alle Tiere behandelt werden müssen ist dies wichtig. Es kann sonst passieren, dass das behandelte Chinchilla nicht mehr wie üblich riecht, sondern sein Geruch durch den Tierarzt und die Desinfektionsmittel verändert wird. Die anderen Tiere würden ihn dann nicht mehr erkennen und als Familienmitglied verstoßen. Es ist in der Natur von Chinchillas, dass fremde Tiere, die das Rudel gefährden könnten, getötet oder zumindest vertrieben werden.

Was sollte der Tierarzt untersuchen?

  • Nase: Ist die Nase feucht oder trocken, ist das Fell normal, liegt eine Entzündung vor?
  • Mund: Ist der Mund trocken oder feucht, liegt eine Entzündung vor?
  • Augen: Augen trocken oder feucht, liegt eine Entzündung vor, sind die Augen verklebt?
  • Zähne: Farbe, Stellung der Zähne?
  • Geschlechtsspezifische Untersuchungen
  • Bauch: Weich oder Aufgebläht?
  • Je nach Bedarf: Kot-. Urin oder Blutuntersuchungen
  • Bei Verdacht auf Verletzungen: Röntgen

Geschlechtsreife & Nachwuchs

Wenn Du ein Chinchilla Paar hältst, kann es schnell zu Nachwuchs kommen. Männchen werden nämlich schon mit ca. 4 Monaten geschlechtsreif, Weibchen frühestens ab dem 6. Lebensmonat. Normalerweise sind Weibchen einmal im Jahr, zwischen November und März paarungsbereit und werden gedeckt. Bei Chinchillas, die als Haustiere gehalten werden, sind viele Weibchen aber das ganze Jahr über paarungsbereit. Es kann also schnell zu unverhofftem Nachwuchs kommen, wenn sich die Chinchillas wohlfühlen.

Nach ca. 111 Tagen Tragzeit werden bis zu sechs Jungtiere geboren. Da es sich bei Chinchillas um Nestflüchter handelt, werden sie mit geöffneten Augen, fertigen Zähnen und dichtem Fell geboren und streifen dementsprechend schon früh durchs Gehege. Sechs Wochen lang säugt das Weibchen ihre Jungen, nach acht Wochen bekommen die Jungtiere dann in der Regel keine Muttermilch mehr.

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