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Der Antiquitäten-Ratgeber

Antiquitäten richtig handeln, sammeln, an- und verkaufen - Tipps und Ratgeber

Hier finden Sie eine Einführung in den Antiquitätenhandel über private Kleinanzeigen. Das Sammeln antiker Möbel und Kunstgegenstände kann sich zu einer lebenslangen Leidenschaft entwickeln. Je mehr Sie sich im Vorfeld informieren, desto erfolgreicher werden Sie in Ihrem Hobby nachgehen können.

1. Definition des Begriffes "Antiquitäten"

2. Ein Überblick über die wichtigsten Epochen

3. Antiquitäten erkennen und bewerten

4. Kunst- und Antiquitätenführer und Referenzen

5. Antike Möbel

6. Schmuck, Uhren und Silber

7. Porzellan und Keramik

8. Altes und antikes Spielzeug

9. Asiatika

10. Militaria

11. Antiquarische Bücher

 

1. Definition des Begriffes "Antiquitäten" - Was sind Antiquitäten?

Als Antiquitäten (von lateinisch antiquus, deutsch: alt, altertümlich) bezeichnet man Gegenstände von Wert, die meist mehr als 100 Jahre alt sind. Sie umfassen alle Bereiche des menschlichen Lebens von der Antike bis zur Neuzeit. Der Begriff Antiquität beschränkt sich allerdings dabei nicht auf bestimmte Gegenstände. Wertvoll wird eine Antiquität nicht allein durch ihr Alter: Nur Stücke, die besonders schön und selten sind, haben auch einen besonderen Wert. Das können allerdings durchaus Stücke sein, die ursprünglich ganz alltäglich waren - etwa ein schön gefertigter Esstisch.

Je nach Definition gibt es auch Unterschiede, wie alt ein Gegenstand sein muss - ein Auto wird z.B. mit etwa 25 Jahren zum Oldtimer. Es gibt antike Skulpturen, Schmuck, Gebrauchsgegenstände und vieles mehr. Alte Bücher, Schriften, Noten, Zeitungen und Zeitschriften werden als antiquarisch bezeichnet. Bei Kunstwerken (Gemälde, Bildhauerei usw.) gibt es einen fließenden Übergang zwischen Kunst- und Antiquitätenhandel. Je nach Herkunft sind einige Antiquitäten nicht für den freien Handel zugelassen, wenn sie aufgrund geltender Gesetze besonders geschützt sind; dies gilt vor allem für Gegenstände der Antike und von Ausgrabungen. Vorsicht ist also geboten, wenn Ihnen solche Gegenstände zum Kauf angeboten werden. Sie könnten sich strafbar machen.

Wichtig bei Antiquitäten ist die Bestimmung der Epoche, der man sie zuordnen kann. Die meisten Sammler von Antiquitäten haben Schwerpunkte, so dass die Stücke stilistisch zueinander passen und sich ergänzen. Epochen sind nicht immer klar zu bestimmen. Natürlich gehen sie fließend ineinander über und haben nicht einheitlich gewechselt.

 

2. Ein Überblick über die wichtigsten Antiquitäten-Epochen:

Die Einteilung der Epochen bezieht sich zunächst auf den deutschen Sprachraum und kann daher in anderen europäischen Ländern abweichen.

Romanik 11. - 12. Jahrhundert
Renaissance 15. - 16. Jahrhundert
Gotik 12. - 16. Jahrhundert
Manierismus 16. Jahrhundert
Barock 1600 - 1700
Rokoko 1720 - 1770
Klassizismus 1760 - 1830
Romantik 1790 - 1840
Historismus 1750 - 1850
Biedermeier 1825 - 1848
Realismus 1830 - 1870
Impressionismus 1860 - Beginn des 20. Jahrhunderts
Jugendstil 1880 - 1920

 

Man kann Antiquitäten durch die Betrachtung der Details unterscheiden, wobei die einzelnen Stilperioden sich nicht eindeutig kalendarisch festlegen lassen. Design-Gegenstände des 20. Jahrhunderts werden häufig neuzeitliche Antiquitäten genannt.

Romanik (Mittelalter um 800-1200)

Das antike Rom stand Pate für die Romanik. Ein für diese Epoche typisches Stilelement ist der Rundbogen. Beliebtestes Möbelstück waren Truhen. Bezeichnend für die Romantik ist die einfache, schlichte Verarbeitung.

Truhen, Tische und Stühle waren die ersten wirklichen Möbel, die sich verrücken ließen. Regale, Bänke, Schränke und Betten hingegen wurden eingebaut. Für diese Nischenmöbel verwendete man vor allem Hölzer aus Kiefer, Nuss, Lärche, Esche und Tanne. Die Oberflächen der Möbel wurden nur wenig behandelt. Truhen und Schränke wurden durch Eisenbeschläge zusammen gehalten. Diese dienten außerdem noch der Verzierung ..

Nach und nach wurden immer kunstvollere Beschläge verwendet, und auf der Holzoberfläche wurden Menschen, Tiere und Pflanzen abgebildet. Bei den meisten, noch erhaltenen Möbelstücken handelt es sich um Kirchenmöbel.

Zur Grundausstattung eines Hauses gehörten Bett, Truhe und Stuhl. Die auffällig kurzen Betten (damals schlief man halb sitzend) wurden aus Brettern und Pfosten gebaut, zusammengesteckt und verzapft.

Gotik (Spätmittelalter um 1200-1500)

Das typische Element der Gotik ist der Spitzbogen. Während dieser Epoche lag die Betonung zudem auf den vertikalen Linien.

Die Erfindung der Sägemühle im 14. Jahrhundert ermöglichte das Zuschneiden von Brettern auf jedes beliebige Maß. Das führte dazu, dass Möbel-Fronten und Seitenteile aus dünneren Holzplatten gebaut wurden. Seit der Gotik kennt man auch die Schwalbenschwanzverbindung. Sie setzte anstelle dicker Bretter verzapfte Pfosten ein.

Für die Möbelherstellung in den nördlichen Ländern wurde hauptsächlich das kurzfaserige Eichenholz verwendet. Typisch für die Gotik sind auch Spitzbögen in Flach- und Kerbschnitt, Faltwerk und Maßwerkschnitzerei. Truhen blieben weiter ein wichtiges Element der Raumausstattung. Aus Platzgründen wurden sie allerdings aufeinander gesetzt und mit einem Sockel verbunden. Diese Doppeltruhe öffnete man an den Vorderseiten durch je zwei Türen; durchgehende Schränke wurden gebaut.

Bislang waren Truhen für Wäsche und Kleidung gedacht, doch später ging man dazu über, dort auch Wertsachen zu verwahren. Dazu wurden in die Truhen Kästchen eingebaut. Später ließ man die Truhenvorderwand weg, baute Schubladen ein. Diese Ausstelltruhe für Gefäße, die auf Stelzen bzw. auf einem Tisch stand, gilt als erstes Luxusmöbel und Vorläufer der Anrichte.

Renaissance (Italien, um 1480-1580)

Während der Renaissance wurden Möbel in klaren, strengen Formen als künstlerische Einheit gestaltet. Das Mobiliar wurde entlang der Wände aufgestellt, damit die Weitläufigkeit des Raumes erhalten blieb. Jetzt gab es auch erstmals Kleinmöbel wie Spiegel mit Stuckrahmen und Büstenständer.

Das typische Möbelstück der Florentiner Hochrenaissance war die cassapanca (von cassone = großer Kasten, Truhe), eine Truhenbank mit Rücken- und Armlehnen. Hieraus entwickelte sich später das Sofa. Das Möbelstück war mit Szenen aus der Mythologie und Stadtansichten bemalt und mit Intarsien oder Schnitzereien geschmückt. Während der Hochrenaissance entwickelte sich aus der Truhe die Kredenz. Hierbei handelte es sich um einen niedriger Schrank mit zwei Türen. Die Schubladen waren meist unter der Deckplatte angebracht.

Zur Zeit der Renaissance saßen die Menschen meist auf Faltstühlen und Schemeln. Später wurden die Faltstühle dann gepolstert, was dazu führte, dass sie nicht mehr zusammengeklappt werden konnten.

Im 16. Jahrhundert wurden erstmals Schreibschränke gebaut. Dieser wurde aus dem Unterteil eines Schranks geschreinert, das Oberteil wurde mit Schubladen hinter der aufklappbaren Vorderseite gestaltet, die als Schreibplatte diente.

Renaissance (Frankreich, um 1515-1630)

Das klassische Möbel der französischen Renaissance war die Armoire ý deux corps, ein Schrank mit schmalem Oberbau, vier Türen und Schubladen im Mittelteil, gegliedert durch Pilaster und Säulen. Der Schränk verfügte oft über einen Aufsatz in Giebelform. Eines der beliebtesten Möbelstücke dieser Zeit war der Kredenzschrank, wichtigstes Sitzmöbel der Boudoirstuhl.

Renaissance (Nordeuropa, um 1550-1650)

Ähnlich wie in Frankreich verdrängte in den nordischen Ländern am Anfang nur die neue Ornamentik das spätgotische Faltwerk auf den Möbelfüllungen. Strenge architektonische Kompositionen aus Säulen und Pilastern lösten die spätgotischen Gerüste mit Füllungen ab.

Es gab jetzt, vor allem im Alpenraum, neben Falt-, Klapp- und Scherenstühlen auch solche mit Stollen, sowie hohen, geschnitzten Rückenlehnen. Die Sitzflächen bestanden aus Holz oder Leder und waren nicht gepolstert. Typische Ornamente dieser Zeit sind gedrechselte Säulen und Schnitzereien sowie Masken, Dreieckgiebel und Löwenköpfe.

Barock (um 1630-1720)

Der Name Barock kommt von portugiesisch barocco, was unregelmäßig bedeutet. Im Barock herrschten Licht- und Schattenspiel vor sowie eine gewissen Massigkeit. Ein viel verwendetet Stilelement ist die Putte, die immer wieder vorkam. Weitere Merkmale sind gebrochene Simse und Rundbögen in schlichter und einfacher Konstruktion und Verarbeitung.

Aus dem Kabinettschrank entwickelte sich der Schreibtisch. Schränke wurden immer aufwändiger gebaut, teilweise mit Schubladen im Sockel. Die Möbel wurden häufig mit vergoldeter Bronze dekoriert. Das Barock ist geprägt durch Intarsien. Verwendet wurden für diese Einlegearbeiten Elfenbein und Schildplatt, aber auch Metalle wie Zinn und Messing.

Kennzeichnend für diese Epoche ist auch die Vielzahl verschiedener Stühle. Jetzt gab es Armlehnen und gepolsterte Stühle, die mit den unterschiedlichsten Stoffen von Samt, über Seide bis zu Gobelin bezogen waren. Die Möbel hatten verschlungene Motive, das so genannte Knorpelwerk.

Rokoko (um 1720-1770)

Im Rokoko gewann die Bequemlichkeit an Bedeutung. Kennzeichnend für diese Epoche ist die feminine, zierliche Spielart, bei der die strenge Symmetrie aufgehoben wurde. Bekanntestes Stilelement des Rokoko ist die Muschel. Die wuchtigen Möbelstücke des Barocks wurden durch graziöse Möbel abgelöst. Diese wurden noch stärker gerundet, gebogen und verziert. Beine oder Füße der Sitzmöbel endeten im so genannten "Geißfuß". Beliebte Ornamente dieser Zeit waren Blumengirlanden, Blattranken und Medaillons.

Farbige Intarsien schmückten die Oberflächen der auf Hochglanz polierten Möbelstücke. Teilweise waren die Möbel auch lackiert oder mit Kupferstichen verziert. Rücken- und Armlehnen wurden dicker gepolstert, der Ohrensessel und die Chaiselongue im Rokoko erfunden. Aus dieser Epoche stammen auch Tischchen mit Schubladen und versenkbaren Fächern, Spiel- und Toilettentischchen, Zylinderschreibtische, Sänften und Ofenschirme. Als Materialien wurden Eiche, Mahagoni und exotische Hölzer verwendet, die dann hauptsächlich für die Intarsienarbeiten bestimmt waren.

Klassizismus (um 1770-1820)

Die Möbeltischler im Klassizismus orientierten sich an der Schlichtheit der Antike und beschränkten sich auf klassische gerade Linien. In Frankreich wurde diese Epoche Empire genannt. Als Materialien diente vor allem Mahagoni, das teilweise weiß gestrichen oder auch vergoldet wurde. Holzschnitzereien waren schlicht gehalten. Die Sitzmöbel hatten gerade Rückenlehnen, die nur mäßig gepolstert waren.

Biedermeier (um 1825-1848)

Mit dem Epoche Biedermeier ist in der politischen Geschichtsschreibung die Restauration verbunden, der sich auf die staatspolitische Entwicklung nach dem Ende der Napoleonischen Zeit und des Wiener Kongresses bezieht. Nach der Revolution wandte sich der Biedermeierstil wieder der Schlichtheit zu. Der biedere Bürger wandte sich von der Opulenz ab. Im Biedermeier waren schlichte, funktionelle und doch bequeme Möbel mit geraden Linien gefragt. Typisches Stilelement für diese Epoche war das Füllhorn und wichtigstes Möbelstück das Sofa, welches wuchtig und tief gepolstert war. Stühle hatten durchbrochene, einfach geschnitzte, hoch gepolsterte Rückenlehnen.

Biedermeier Gemälde

Biedermeier-Familienportrait im Vestibül, seitlich Durchblick auf Park, um 1840; Öl auf Kupfer.

Schreibschränke und Sekretäre ähnelten den Kommoden und verfügten über zwei bis drei Schubladen oder zwei Türen. Im oberen Teil klappte man die Schreibplatte hinunter, hinter der sich kleine Schubladen, Fächer und oft auch Geheimfächer verbargen. Kirsche, Birke, Birne, Pappel und Eibe waren die beliebtesten Hölzer. Die Möbel im Biedermeier waren nur wenig verziert.

Historismus (um 1850-1900)

Der Historismus ist die Epoche des Stil-Mix. Die Möbel wurden ausladender mit üppigen Bespannungen aus Samt und Plüsch. Es wurden Motive aus Ägypten und China imitiert. Typisch waren aufwändig geschnitzte Polstergarnituren, mehrteilige Schreibtische aus einem halben Dutzend verschiedener Materialien, aus Renaissance- und Barockelementen kombinierte Buffets.

Jugendstil (um 1895-1910)

Zur Zeit des Jugendstils wurde zunehmend Protest an den Stil- Imitationen seit Mitte des 19. Jahrhunderts laut. Es wurden jetzt Ornamente aus der Tier- und Pflanzenwelt verwendet sowie dekorative, geschwungene Formen.

Durch die Industrialisierung wurden immer mehr Möbel maschinell gefertigt. Bevorzugte Hölzer des Jugendstils waren Mahagoni, Eiche, Nussbaum und Birne. Für die maschinelle Herstellung verwendete man Nadelholz. Meistenteils wurde das Holz gebeizt und lackiert und mit Beschlägen aus Gusseisen oder anderen Metallen verziert. Vorherrschende Motiven waren hier Ranken, Schnecken, Lianen, und Blumen sowie Elfen und fließende, verschlungene Linien.

3. Antiquitäten erkennen und bewerten

Ob Sie Antiquitäten sammeln, als Kapitalanlage kaufen oder nur Ihre Wohnung damit dekorieren möchten, Sie sollten sich vorher möglichst genau über den gewünschten Artikel in der Kleinanzeige informieren. Der beste Weg, den Wert einer Antiquität zu erkennen, ist immer noch die unabhängige Schätzung oder ein unabhängiges Gutachten eines öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen. Diese nutzen vielfältige Techniken zum Bewerten bzw. Erkennen von alten Meistern oder Fälschungen.
Bis zum Wert von 7000 Euro werden für so ein Gutachten pauschal 200 Euro fällig. Darüber muss mit drei Prozent des Schätzwertes honoriert werden - plus Mehrwertsteuer. Weiterführende Gutachten müssten gesondert vereinbart werden und kosten extra. Bei der Suche nach einem geeigneten Sachverständigen und/oder Gutachter hilft Ihnen auch der Bundesverband Deutscher Sachverständiger und Fachgutachter e.V.

Ganz sicher geht man, wenn man nur Stücke kauft, bei denen eine wissenschaftliche Altersdatierung, ein so genannter Thermolumineszenz-Test (TL-Test), vorgenommen wurde. Aber ein solcher TL-Test kostet rund 250 Euro, was sich natürlich bei Objekten mit relativ niedrigem Preis nicht lohnt. Sonst würde zum Beispiel ein Keilschriftbruchstück im Wert von 49 Euro zusammen mit dem TL-Test rund 300 Euro kosten.

Bei Gutachten und so genannten "Echtheitszertifikaten", die vom Inserenten der Antiquitäten-Kleinanzeigen selbst erstellt wurden, sollten Sie vorsichtig sein, denn natürlich will er Sie davon überzeugen, dass die von ihm angebotene Antiquität echt ist.

Seit Antiquitäten und Kunst als Geldanlage populärer geworden sind, ist auch die Zahl der Nachahmungen gestiegen. Sammler und Anleger sind daher gut beraten, sich vor Fälschungen zu wappnen. Denn die Fälscher arbeiten marktorientiert, und längst beschränken sie sich nicht auf Malerei und Skulpturen. Auch alte Bücher, Briefmarken und Münzen, Porzellan, Waffen, Möbel und Schmuck gehören zu ihrem "Repertoire".

Hier einige weitere Antiquitäten-Tipps:

  • Kaufen Sie über Kleinanzeigen Antiquitäten nie ungesehen.
  • Treffen Sie sich mit dem Inserenten vor Ort. Nehmen sie sich immer genügend Zeit, für die Auswahl, das Betrachten und Prüfen - nur so können Sie sicher sein, dass Sie keinen Makel übersehen, keinem Fälscher aufsitzen. Hüten Sie sich vor Spontankäufen.
  • Informieren Sie sich, bevor Sie eine Sammlung beginnen. Es ist besser, das Geld, das Sie für das erste Stück ausgeben wollen, zum Kauf von Büchern und anderen Informationsquellen für Ihr Hobby anzulegen. Eine bessere Anlage können Sie kaum machen. Antiquitätenhändler werden Ihnen mehr Respekt entgegenbringen und Sie auch besser beraten, wenn sie merken, dass Sie über das Sammelgebiet Bescheid wissen. Verlassen Sie sich nicht zuviel auf die Meinung anderer (ausgewiesene Experten sind davon natürlich ausgenommen). Bilden Sie sich selbst eine Meinung und wägen Sie den Kauf genau ab
  • Denken Sie daran, dass Qualität, Alter, Verfassung, Material, Größe, handwerkliche Arbeit und Aussage, wie selten das Objekt anzutreffen ist, wichtig für die Beurteilung des Preises sind.
  • Bevor man ein größeres Stück erwirbt, sollte man die Vertrauenswürdigkeit des Händlers prüfen. Unter passionierten Sammlern sind schwarze Schafe bekannt. Man muss sich also nur in der Szene umhören.
  • Gibt es keine Möglichkeiten, den verlangten Preis anhand von Erfahrungen oder gleichwertigen Antiquitäten abzuschätzen, so gilt als Faustregel: "Der Preis kann sich danach richten, was das Objekt wert wäre, wenn es heute angefertigt würde."
  • Der Preis sollte bei Sammlungen zuerst einmal zweitrangig sein. Am Anfang geht es um die Qualität. Eine Sammlung, die sich auf Stücke von minderer Qualität aufbaut, wird auch dem Besitzer spätestens dann wenig Freude bereiten, wenn er sich mehr in der Materie eingearbeitet hat. Lieber für einen bestimmten Preis ein gutes Stück kaufen, als drei von minderer Qualität.
  • Bevor Sie ein größeres Stück kaufen, sollten Sie sich klar darüber sein, wo Sie es aufstellen können. Ein Riesenschrank, der dann nicht in das Wohnzimmer passt oder so dominierend wirkt, dass er das restliche Wohnzimmer zum Speicher degradiert, wird wenig Freude machen. Dazu kommt noch, dass ein spontaner Wiederverkauf nicht so leicht möglich ist. Es muss ja wieder jemand gefunden werden, der mehr Raum zur Verfügung hat. Und selbst lässt sich das große Stück meist nicht einmal mehr im Keller unterbringen.
  • Die größten Preissteigerungen erzielen meist Sammler, die gegen den Modetrend kaufen. Sie suchen sich Sammelgebiete heraus, die noch kaum entdeckt sind. Damit können Sie schöne Stücke zu verhältnismäßig geringen Preisen einkaufen. Die jüngste Geschichte auf dem Antiquitätenmarkt hat gelehrt, dass alles irgendwann einmal gesammelt wird, je mehr Sammler sich auf ein Gebiet stürzen, um so schneller gehen dann die Preise nach oben, und um so radikaler werden die Märkte leergefegt.
  • Ständige Marktbeobachtungen sind wichtig. Der gute Sammler wird sich häufig auf Messen, Märkten, Auktionen und in den Geschäften informieren, um so ein Gefühl für die Preise zu bekommen. Die Faustregel gilt: tausend Antiquitäten sehen, einmal kaufen.
  • Der Besuch von Museen und Ausstellungen hilft dem Sammler, ein Auge für Qualität zu bekommen. Kuratoren der Museen kaufen nur die besten und schönsten Stücke. Antike Neuerwerbungen durch Museen erfahren oft Wertsteigerungen.
  • Jeder freut sich über eine günstig erworbene Antiquität und rechnet auch mit der bisher erzielten Wertsteigerung. Doch sollte man sich immer vor Augen halten, dass derartige Rechnungen nur Spekulationen sind. Die wahre Wertsteigerung stellt sich erst heraus, wenn die Antiquität wirklich verkauft wird. Allgemeine Tipps zum Sammeln finden Sie im

    Ratgeber für Sammler .

4. Kunst- und Antiquitätenführer und Referenzen

Antiquitätenführer sind für praktisch alle Arten von Kunst und Antiquitäten zu haben, auch bei markt.de unter Büchern. Diese Führer helfen Ihnen dabei, die wesentlichen Merkmale einer speziellen Antiquität, also Herkunft, Hersteller und Marktwert bzw. Sammlerwert zu bestimmen.
Recherchieren Sie bei Antiquitätenhändlern oder Sammlern, in Bibliotheken oder im Internet. Informationen verschaffen Ihnen hier den nötigen Vorteil, wenn es darum geht, eine Fälschung oder Kopie zu erkennen, oder vielleicht finden Sie auf diese Weise auch eine Rarität, die vom Verkäufer nicht als solche erkannt und daher zu günstig verkauft wird.

5. Antike Möbel Kleinanzeigen

Antike Möbel sind zweifelsohne die beliebtesten Antiquitäten auf dem Markt. Die Verbindung von Geschichte und Kunst in einem alltäglichen Gebrauchsgegenstand wird bei Möbelstücken perfekt vollzogen. Besonders gefragt sind kleinere Möbelstücke, was vor allem auf die heutigen Wohnraumsituation zurück zu führen ist. Die Funktionalität des Möbels ist entscheidend für den Verkauf, je kleiner desto gefragter.

Bei Kauf von antiken Möbeln bei markt.de sollten Sie vor allem auf folgende Punkte beachten:

  • Hat die Antiquität Nachbearbeitung erfahren? Wenn ja, so sollten Sie bereits vom Verkäufer/Händler davon in Kenntnis gesetzt worden sein. Des Weiteren ist eine Auskunft über die Werkstoffe, die der Restaurator benutzt hat, hilfreich.
  • Der Preis eines Möbelstücks wird durch die qualitativ hochwertige Ausführung bestimmt.
  • Das Preisgefälle wird auch durch die verwendeten Hölzer bestimmt, Edelhölzer wie Mahagoni oder Kirschbaum sind qualitativ besser als Nadelhölzer wie Pinie oder Tanne.
  • Achten Sie auf die aktuelle Marktsituation, die Nachfrage ist regional unterschiedlich.
  • Signaturen berühmter Werkstätten oder Möbelschreiner steigern den Wert.
  • Antike Originalmöbel haben normalerweise Gebrauchs- und Alterungsspuren (gut sichtbar an den Sitzflächen von Stühlen oder auch an Stuhl- und Tischbeinen). Geschickte Fälscher haben allerdings auch bereits daran gedacht, so werden Fälschungen gefertigt, die sogar die nötige Patina haben. Auch für Wurmstiche kann gesorgt werden.
  • Alte Furniere sind dicker und gröber als moderne Furnierplatten.
  • Bei antiken Möbeln werden Sie selten scharfe Kanten und Ecken finden, sondern eher ungleichmäßig glatte, weiche Kanten und Rücken.
  • Glatte Sägeflächen sind ein Zeichen dafür, dass bei der Herstellung vermutlich eine Kreissäge benutzt wurde. Das Möbelstück kann daher erst nach 1840 gefertigt worden sein. Glatte Ränder zeigen die Verwendung einer elektrischen Säge an.
  • Handgefertigte Schwalbenschwänze, also Verzapfungen, sind unebener, während maschinengefertigte ganz glatt sind.
  • Besitzt das zu erwerbende Stück noch die Originalausstattung wie zum Beispiel: Papier, Textilien, Auskleidungen, Beschläge, Leder oder Bemalungen?
  • Achten Sie bei Möbelstücken darauf, dass sämtliche Beschläge aus der Entstehungszeit vorhanden sind. Falls nicht, so mindert dies den Wert

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Weitere Information, wie Sie selbst über Kleinanzeigen alte und gebrauchte Möbel verkaufen können, lesen Sie im Ratgeber Möbelverkauf .

6. Antiker Schmuck, Uhren und Silber Kleinanzeigen

Antiker Schmuck ist seit jeher ein begehrtes Sammlerobjekt. Schmuck unterscheidet sich von anderen Sammelobjekten durch die Tatsache, dass man ihn, im Gegensatz zu den meisten anderen Antiquitäten, auch selbst tragen kann. Erstaunlich stark zugenommen hat das Interesse an Art- Deco und Mode-Schmuck aus den 50er und 60er Jahren, dabei zählt nicht in erster Linie das verwendete Material, sondern das, der Ära entsprechende, Design.

Darauf sollten Sie beim Schmuckkauf achten:

  • Beim Kauf von farbigen Edelsteinen sollten Sie Zertifikate über die Herkunft und Nachweise einer nicht künstlichen Behandlung verlangen.
  • Bei Zweifel über die Echtheit des Stückes lassen Sie sich von unabhängigen Experten beraten.
  • Ein mit einem Datum versehener Gegenstand zeigt nicht unbedingt das Herstellungsdatum an. Es kann sich unter Umständen beispielsweise um ein Familienerbstück handeln, das zu einer bestimmten Gelegenheit (Gedenktag, Hochzeit) mit einem Datum versehen wurde.
  • Beim Kauf antiker Uhren sollten Sie auf ein unbeschädigtes Ziffernblatt sowie auf die Zusammengehörigkeit von Werk und Uhr achten. Gibt es dort Unterschiede, so handelt es sich höchstwahrscheinlich um zwei verschiedene Stücke die zusammengefügt worden sind.
  • Eingravierte Monogramme können Hinweise auf das Herstellungsdatum geben. Zum Beispiel kann der Stil der Buchstaben auf eine bestimmte Epoche hindeuten.
  • Silber, das vor der industriellen Revolution, also vor 1800, hergestellt wurde, erkennt man an den eingeschlagenen Meistermarken und Stadtmarken. Mehr über Silber hier.
  • Sterlingsilber wurde erst nach 1860 hergestellt, allerdings gibt es auch vereinzelt ältere Stücke, die aber sehr selten sind. Diese Stücke tragen dann keinen Reinheitsstempel, sondern nur das Zeichen des Handwerkers beziehungsweise Künstlers. Mit Hilfe von Fachbüchern lässt sich das Alter der Gegenstände anhand der Markierungen bestimmen.
  • An der Inschrift EPNS (Electro Plated Nickel Silver) ist zu erkennen, dass es sich bei dem Stück nicht um reines Silber handelt. Es wurde lediglich versilbert.
  • Schmuckstücke aus der Goldschmiedekunst sind sehr wertvoll - mehr dazu hier .

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7. Porzellan und Keramik Kleinanzeigen

Im 13. Jahrhundert begann der Import chinesischen Porzellans nach Europa. Es wurde zu horrenden Preisen an europäische Fürstenhäuser geliefert. Anfang des 18. Jahrhunderts gab August der Starke, Kurfürst von Sachsen und König von Polen, den Auftrag, das Geheimnis zur Herstellung chinesischen Porzellans zu entschlüsseln. Die Arbeiten führten zum Erfolg. 1708 gelingt unter Führung von Johann Friedrich Böttger erstmals die Herstellung des weißen Porzellans - Europas erstes Porzellan war geboren.

Um Gegenstände nach ihrer Herkunft unterscheiden zu können, mussten die Manufakturen Markenzeichen entwickeln, mit denen die Waren gekennzeichnet wurden. Die bekannteste Porzellanmarke sind die gekreuzten Schwerter der Meissner Manufaktur. Die kleineren Manufakturen, die nicht so bekannt waren und kämpfen mussten, um Käufer für ihre Waren zu finden, taten das, was auch heute noch häufig geschieht: sie kopierten die Markenzeichen der Großen, meist die Meißen - Schwerter, was selbst damals eigentlich schon verboten war. So gibt es beispielsweise viel antikes Porzellan mit dem Meissner Markenzeichen, das aber kein Meissner Porzellan ist. Die "Gekreuzten Schwerter" sind wohl die weltweit älteste ununterbrochen in Benutzung stehende Marke überhaupt. Aus früheren Produktionszeiten existieren weitere Marken, wie z. B. AR (Augustus Rex), K.P.M. (Königliche Porzellan- Manufaktur) oder M.P.M. (Meissner Porzellan Manufaktur).

Keramikobjekte gliedern sich in 4 Untergruppen. Diese sind Porzellan, Irdenware, Fayencen und Steinzeug. Hauptsächlich dienten Keramiken als Gebrauchsobjekt; erst mit der Entwicklung des Porzellans bekam die Keramik auch eine künstlerische Note. Heute zählt die Keramik zu einer der beliebtesten Kategorien im Antiquitätenhandel. Der Preis eines Stückes wird durch seine Herkunft, Seltenheit, seinen Zustand, das Alter und den dekorativen Wert bestimmt. Aufgrund der Tatsache, dass Keramikobjekte sehr empfindlich und zerbrechlich sind, zahlen Käufer für unversehrte Stücke Höchstpreise. Mehr über antikes Porzellan hier .

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8. Altes und antikes Spielzeug

Antikes Spielzeug ist in der ganzen Welt beliebt. Besonders wertvoll sind allerdings nur geringfügig bespielte Spielzeuge, die kaum Mängel und Gebrauchsspuren aufweisen. Zu den beliebtesten Objekten zählen antike Puppen . Besonders die Modelle von Käthe Kruse, Simon & Halbig und Sasha Morgenthaler erzielen aufgrund Ihrer Qualität und ausdrucksstarken Modellierung und Bemalung Höchstpreise. Des Weiteren finden Stofftiere, besonders die Modelle von Steiff, sowie Blechspielzeug von Märklin, Dinky Toy und Schuco, einen guten Absatz.

Darauf sollten Sie achten:

  • Bei Puppen ist besonders auf den Erhaltungszustand des Kopfes zu achten. Schauen Sie auch auf die Zusammengehörigkeit von Kopf und Körper genaustens an.
  • Original Kleidung steigert den Wert.
  • Eine geringe Bespielung steigert den Wert des Spielzeugs.
  • Gusseiserne Spielsachen in Original Verpackung erzielen höhere Preise.
  • Wie immer gilt: Vergleichen Sie die Preise mehrer Kleinanzeigen.

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9. Asiatika

Der Sammelbegriff Asiatika bezeichnet süd- oder ostasiatische Antiquitäten und Kunstwerke. Bei den Antiquitäten besonders beliebt sind Keramiken, Lackwaren, religiöse Kunst und edle Schnitzereien aus Holz oder Elfenbein . Zunehmend für Sammler interessant sind Schiffbruchfunde, die durch die Fortschritte in der Unterwasserarchäologie besser geborgen werden können.

Darauf sollten Sie achten:

  • Der ästhetische Wert eines Stückes zählt in den meisten Fällen mehr als dessen Alter.
  • Grade bei Schnitzereien (Netsuke, Okimonos) sollten Sie auf Fälschungen achten, diese sind vermehrt im Umlauf.
  • Schiffbruchfunde sollten immer vom Fachmann geprüft werden.

10. Militaria Kleinanzeigen

Der Begriff Militaria bezieht sich auf Antiquitäten und Sammlerobjekte aus dem militärischen Raum. Besonders gefragt sind Orden, Ehrenzeichen sowie Helme und alte Waffen. Im Gegensatz zu vielen anderen Antiquitäten spielt nicht die Unversehrtheit eines Stückes die größte Rolle, sondern vielmehr seine Geschichte. So werden für einen Bandhelm aus der Völkerwanderungszeit bis zu € 13.000 bezahlt.

Darauf sollten Sie achten:

  • Hüten Sie sich vor ungenauen Herkunftsangaben, Hobbyschatzjäger bringen, oft illegal, historisch wertvolle Stücke (Helme, Rüstungen, Waffen) in Umlauf.
  • Selbstverständlich ist der Handel mit Waffen, Nazi-Artikeln und/oder Selbstverteidigungsgegenständen über markt.de nicht erlaubt.

Lassen Sie sich immer von einem Spezialisten beraten, der auch die Echtheit des Gegenstandes feststellen und prüfen kann.

 

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11. Antiquarische Bücher Kleinanzeigen

Antiquarische Bücher müssen nicht unbedingt uralte, antike Bücher sein - antiquarisch bedeutet nur gebraucht. Neben alten und vergriffenen neuen Büchern werden alte Medien aller Art, wie Handschriften, Autographen, Graphiken, Noten, Landkarten, Postkarten, Zeitungen und letztendlich alle Arten von Informations- und Bildträgern, selbst Tonträgern angeboten. Als antiquarische Bücher im Sinne von "Antiquitäten" anzusehen sind allerdings nur Bücher, die älter als 100 Jahre sind.

Die Suche nach antiquarischen Büchern in Ladengeschäften ist recht mühsam und bei seltenen Titeln oft erfolglos. Doch durch die Verbreitung des Internet bietet sich die Gelegenheit, seltene Bücher schnell zu finden. markt.de bietet Interessenten eine große Auswahl antiquarischer Bücher und Schriften aller Art. Auch hier muss der Käufer allerdings äußerst umsichtig sein, denn nicht jedes angebotene antiquarische Buch ist seinen Preis auch wirklich wert. Dagegen können echte antiquarische Bücher je nach Nachfrage ein Vielfaches ihres Ausgabepreises einbringen. ("de honesta voluptate et valetudine...", erstes gedrucktes Kochbuch, 1480 kostet beispielsweise rund 40 000 €).

Hier einige Tipps für den Bücherkauf:

  • Bücher, die nicht näher beschrieben sind, sollten Sie nicht kaufen
  • Vorsicht vor Büchern, bei denen sehr wohl Bilder des Innenteils, nicht aber des Einbands abgebildet sind.
  • Die Preise antiquarischer Bücher insbesondere aus Spezialgebieten sind ausschließlich abhängig von Angebot und Nachfrage.
  • Jedes Buch weist auf Grund seines Alters Beschädigungen, Altersspuren und gebrauchsbedingte Abnutzungserscheinungen auf.
  • Abrieb an Kanten und Ecken, abgegriffener Einband, Eselsohren, Fingerflecken, Knitterspuren, handschriftliche Notizen, handschriftliche Widmung, das alles sind Spuren der Vorbesitzer, die man in Kauf nehmen muss.
  • Altersspuren sind Spuren, die auch bei unbenutzten Büchern allein durch den Alterungsprozess des Materials entstehen. Lichtrand, Gelbfärbung oder Braunfärbung beim Papier, Stockflecken, Abblätterungen, brüchiger Einband (z.B. Leder), Farb- und Goldschnitt angeschmutzt, Wasserrand, Deckel leicht gebogen, welliges Papier

 

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23.04.2014

Bleikristall-Korb, handgeschliffen

Bleikristall-Korb, sehr dekorativ, handgeschliffen, B 24 cm, H 22 cm.

29 €

59821 Arnsberg

23.04.2014

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