Kaninchenratgeber - Hilfe und Tipps rund um Kaninchen
In unserem Kaninchenratgeber erhalten Sie Informationen und Tipps zu den Themen artgerechte Haltung, richtige Ernährung, Gesundheit und Pflege sowie Sozialverhalten von Kaninchen. Außerdem stellen wir Ihnen in kurzen Portraits die unterschiedlichen Kaninchenrassen vor.
markt.de wünscht allen Freunden der beliebten Kleintiere viel Spaß beim Lesen!
- Artgerechte Haltung (inkl. Ratgeber zum Kaninchenstall in Eigenbau)

- Aufzucht - Tipps für Kaninchenzüchter
- Ernährung
- Gesundheitstipps
- Krankheiten
- Pflegetipps
- Rassen
- Verhalten der Kaninchen
- Beliebte Kaninchennamen
Kurzer geschichtlicher Überblick
Kaninchen zählen in der zoologischen Ordnung zu den Hasentieren (Lagomorphe). Diese werden unterteilt in Pfeifhasen (Ochotonidae) und Hasenartige (Leporidae). Zu letztgenannten gehören neben dem Hasen (Lepus) das Altweltliche Kaninchen (Oryctolagus). Von deren einziger Art, dem Europäischen Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus) stammen sämtliche Hauskaninchen ab. Der wissenschaftliche Name setzt sich aus oryttein (gr. graben), lagos (gr. Hase) und cuniculus (lat. unterirdischer Gang) zusammen und bedeutet somit unterirdische Gänge grabender Hase. Auf Grund der unterschiedlichen Chromosomenzahl sind Kaninchen weder Nagetiere noch können sie mit Hasen gekreuzt werden.
Wildkaninchen aus Iberien
Das ursprünglich in Spanien, Portugal und Nordafrika beheimatete Wildkaninchen verbreitete sich nach seiner Entdeckung um 1000 v. Chr. durch Händler, Seeleute und Soldaten in ganz Europa. Die Römer fingen ca. 100 v. Chr. an, die Kaninchen als Fleischlieferanten in Freigehegen zu halten. Dies war der erste Schritt zum Haustier für das Wildkaninchen.
Zähmung und Zucht in Deutschland
Einige Jahrhunderte später ist das einst wilde Kaninchen durch den Menschen zahm geworden. Die erste Überlieferung einer menschlich kontrollierten Züchtung stammt von 550 n. Chr. In Deutschland ist das Kaninchen seit 1149 bekannt und nahm in den folgenden Jahrhunderten als Nutztier für Fleisch und Pelz an Bedeutung zu.
Die Zucht von Rassekaninchen begann im 18. Jahrhundert in England und Frankreich. Durch den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 wurden Rassekaninchen in Deutschland bekannt. Kurz danach wurden die ersten Züchtervereine gegründet, die bereits damals Standards festlegten.
In den Jahren bis 1933 wurden immer neue Rassen gezüchtet und immer neue Standards geschaffen. Ab Hitlers Machtübernahme mit der kriegsvorbereitenden Politik konzentrierte sich die Züchtung auf die fleisch- und pelzgebenden Rassen Deutsche Widder, Wiener, Großchinchilla, Helle Großsilber und Angora. Während und nach dem Krieg wurde die Rassezucht vorübergehend eingestellt und die Kaninchen dienten als Nahrung für die Not leidende Bevölkerung.
Die wirtschaftlichen Aspekte der Kaninchenzucht sind bis heute vollkommen zu Gunsten einer Schönheitszucht gewichen. Es sind ca. 90 Rassen mit fast 400 Farbvarietäten anerkannt. Die wichtigsten und beliebtesten stellen wir in unseren Rasseportraits vor.