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Deutsche Pferderassen von A bis Z im Überblick

Ein Repräsentant der Deutschen Pferderassen stellt das Deutsche Reitpferd dar – jedoch handelt es sich bei diesem keineswegs um eine eigenständige deutsche Pferderasse. Vielmehr steht diese Bezeichnung als ein Überbegriff für alle in Deutschland gezüchteten Warmblutpferde. Wie die nachfolgende Übersicht veranschaulicht, ist die Warmblutzucht in Deutschland stark regional organisiert.

 

Im Folgenden finden Sie alle Pferderassen im Überblick:

Bild Pferd Die deutschen Pferderassen sind regional geordnet

Bayerisches Warmblut

Bei dem Bayerischen Warmblut handelt es sich um ein klassisches deutsches großrahmiges Vielseitigkeitspferd. In der Vergangenheit wurde es als leichtes Arbeitspferd in der bayerischen Landwirtschaft eingesetzt. Der Ursprung der Rasse ist in Rottal, einer Region in Niederbayern, zu finden. Als Basis der Züchtung gilt der Rottaler; Veredelung fand die Rasse durch Einkreuzungen der Rassen Hannoveraner, Westfale, Trakehner sowie diverser Vollblutrassen. Seit 1754 wird das Bayerische Warmblut staatlich gezüchtet; den heutigen Namen trägt es seit der Umbenennung im Jahr 1965. Die Züchter des Bayerischen Warmbluts sind u. a. im Landesverband Bayerischer Pferdezüchter e. V. organisiert.

Brandenburger Warmblut

Die Rasse des Brandenburger Warmbluts entstand in ihrer heutigen Ausprägung in den 1960er Jahren in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik. Den Ursprung hat es, dem Namen nach, in Brandenburg. Die Verbreitung ist als gering einzuschätzen: Es existieren ca. 60 registrierte Zuchthengste sowie ca. 1600 Zuchtstuten. Als Ausgangspunkt der Züchtung gilt heute die Gründung des Friedrich-Wilhelm-Gestüts in Neustadt an der Dosse im Jahre 1788 durch Friedrich Wilhelm II. (ab 1786 König von Preußen und Markgraf von Brandenburg). Der Schwerpunkt der Brandenburger Pferdezüchtung lag zu diesem Zeitpunkt auf einem in der Landwirtschaft einsetzbaren, funktionalen Pferd. Die Zucht war in den Folgejahren dabei der politischen sowie landwirtschaftlichen Entwicklung der Region unterworfen: Mal tendierte diese in Richtung zu Warmblut für militärische Zwecke, mal tendierte sie wiederum zum Kaltblut für landwirtschaftliche Zwecke usw. Mit der Einkreuzung von Hannoveranern Ende der 1920er Jahre fand die Züchtung schließlich ein Zuchtziel. Das Produkt war ein kräftiges Warmblut, das für die Landwirtschaft und auch das Militär von Nutzen war. Mit der weiteren Einkreuzung von Westfalen in den folgenden Jahren gelang die Herausbildung eines erfolgreichen Zweigs der Sportpferdezucht. Heute ist das Brandenburger Warmblut unter der Bezeichnung Deutsches Sportpferd zu finden.

Deutsches Sportpferd

Das Deutsche Sportpferd wird seit dem Jahr 2003 gezüchtet. Die Warmblutpferderasse entstand durch die Herausbildung eines gemeinsamen Ursprungszuchtbuchs für die Reitpferdpopulation der Pferdezuchtverbände Berlin-Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Im Klartext bedeutet das: Brandenburger Warmblut, Sachsen-Anhaltiner Warmblut, Sächsisch-Thüringisches Schweres Warmblut, Sächsisches Warmblut und Thüringer Warmblut werden fortan nicht mehr als eigene Rasse geführt, sondern vielmehr gemeinsam unter der Bezeichnung „Deutsches Sportpferd“.

Dülmener Wildpferde

Das Dülmener Wildpferd lebt seit ca. 600 Jahren in freier Wildbahn. Eine urkundliche Erwähnung der Rasse findet sich bereits im Jahre 1316. Seit 1850 bevölkert die Rasse das für sie eingerichtete „Wildbahngehege“ der Herzöge von Croy, die mit dieser Maßnahme den Grundstein für das Fortbestehen der Rasse legten. Die Kleinpferdrasse (Stockmaß: 125 bis 135 cm) findet sich heute vor allem in Dülmen (Westfalen) im Merfelder Bruch, einem rund 350 Hektar großen Naturschutzgebiet. Die Population liegt gegenwärtig bei schätzungsweise 300 Wildpferden. Während diese Pferde als sogenannte „Wildlinge“ bezeichnet werden, tragen die Nachkommen der ca. 50 außerhalb des Geländes lebenden Stuten und Hengste den Titel des „Dülmener“. Die alte Rasse steht seit 1994 auf der Roten Liste der gefährdeten Nutztierrassen der GEH und werden folglich als extrem gefährdet (Gefährdungskategorie I) eingestuft.

Edelbluthaflinger

haflinger Der Edelbluthaflinger wird seit den 1960ern gezüchtet

 

Die Rasse der Edelbluthaflinger wird seit den 1960er Jahren gezüchtet. Mit dem Ziel, ein modernes sowie vielseitiges sportliches Kleinpferd zu erschaffen, wurde die Rasse der Haflinger durch das Erhöhen des Araberblutanteils veredelt. Seit 2006 findet sich der Edelbluthaflinger in der Zuchtverbandsordnung der FN (Zuchtbuch + Stutbuch). Als Kriterium für den Eintrag im Zuchtbuch gilt ein Araberblutanteil zwischen 1,57 und 25 Prozent.

 

 

 

Hannoveraner

Bild Hannoveraner Hannoveraner werden seit dem 18. Jahrhundert gezüchtet

Der Hannoveraner gilt als zahlenmäßig stärkster Zuchtzweig unter den Warmblütern. Wie es der Name bereits kundtut, stammt die Rasse aus Hannover und hat sich seit der Entstehung im frühen 18. Jahrhundert beträchtlich verändert. Der Grundstein für die heutige Zuchtlinie wurde am 27. Juli 1735 mit der Gründung des Landgestüts Celle gelegt, mit der die zentrale Registrierung von Bedeckungen und Abfohlmeldungen eingeführt wurde. Holsteiner Hengste sorgten für eine Auflockerung bei den einheimischen Stuten, die vom Großen Schlachtross des Mittelalters abstammten. Das Ziel: die Erhaltung von Pferden, die sich für die Arbeit in der Landwirtschaft und als Zugpferde für Kutschen eignen. Im weiteren Verlauf kam es zu Einkreuzungen von Vollblütern und aus England importierten Cleveland Bays. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts kreuzte man das Pferd auch mit anderen eingeführten Rassen. 1867 wurde eine Zuchtgesellschaft mit dem Ziel gegründet, ein Pferd zu schaffen, das in gleichem Maße für zivile wie für militärische Zwecke geeignet sein sollte. Ihre Erfolge waren dabei enorm. Nach dem Zweiten Weltkrieg war erneut eine Umschreibung nötig, da der Hannoveraner weder in der Landwirtschaft noch als Kutschpferd gefragt war. Nunmehr sollte ein Reitpferd für höchste Ansprüche geschaffen werden. Mit Hilfe von Vollblütern, Trakehnern und Arabern wurde der Hannoveraner zu einem erstklassigen, athletischen, starken und freundlichen Reit- und Turnierpferd.

Hessisches Warmblut

Das Hessische Warmblut wurde unter Führung des Verbandes Hessischer Pferdezüchter bis 2005 gezüchtet. Im Jahr 2009 wurde die Rasse vollständig im Zuchtverband des Hannoveraner Pferdes mit eingebunden und ist seitdem Teil der Zucht des Hannoveraner Pferdes. Seinen Ursprung hat das Hessische Warmblut Mitte des 19. Jahrhunderts in Hessen.

Holsteiner

Bild Holsteiner Holsteiner sind Pferde mit großem Sprung- und Dressurtalent

Der Holsteiner repräsentiert eine der ältesten deutschen Pferderassen. Er stammt aus den Marschen Norddeutschlands, wo er schon seit dem 14. Jahrhundert gezüchtet wird. Am Anfang kreuzte man Andalusier und Neapolitaner mit dem einheimischen Marschpferd und erhielt so ein großes und kräftiges Pferd, das in ganz Europa bekannt wurde. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde der Holsteiner mit Cleveland Bays und Vollblütern gekreuzt, um die Rasse zu verfeinern. Des Weiteren war es das Ziel, ein kräftiges Zugpferd mit raumgreifender Aktion und großem Durchhaltevermögen zu züchten. Dieser Kreuzung verdankt der Holsteiner seine Sprungfähigkeit und sein Dressurtalent. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs nahm die Zahl der Holsteiner ab. Die Rasse wurde jedoch erfolgreich wieder aufgebaut und weiter veredelt. Besondere Unterstützung leisteten dabei die Vollblutpferde, mit deren Hilfe hochklassige Wettbewerbspferde entstanden. Er gehört zu den wenigen Rassen, die Anteil am Schweizer Halbblut haben.

Lewitzer

Die Ponyrasse Lewitzer hat ihren Ursprung in Mecklenburg-Vorpommern. Ab 1971 konzentrierte sich die Zucht im VE-Gut „Lewitz“ nahe Neustadt-Glewe. Ziel war die Züchtung eines willigen, gescheckten Ponys für Kinder; im Fokus standen Charakterfestigkeit und Leistungsbereitschaft. In den Züchtungsprozess floss das Erbgut heimischer Ponyrassen sowie von Arabern, Trakehnern und Englischem Vollblut mit ein. Das seit 1976 geführte Zuchtbuch wurde Ende 2005 abgeschlossen.

Mecklenburger Warmblut

Die Zucht des Mecklenburger Warmbluts nahm 1812 im Gestüt Redefin ihren Anfang. Hier kamen Hengste und Stuten aus bäuerlichem Besitz zum Einsatz, auch Andalusier sollen beteiligt gewesen sein. Nicht immer verlief die Zucht wie gewünscht. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Pferde etwas zu leicht, da zu viel Englisches Vollblut eingekreuzt worden war. Dieser Umstand wurde durch jahrzehntelange Zucht mit Kaltblut korrigiert. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Zuchtordnung umgestellt. Man verwendete fortan auch Hannoveraner. Mit einem nicht zu großen Einsatz von Vollblütern sowie Trakehnern wurde in der Folgezeit weitergezüchtet. Die Zuchtbücher sind noch nicht geschlossen.
 

Oldenburger

Namensgebend für die Rasse des Oldenburger ist das Hauptzuchtgebiet Oldenburg im Norden Deutschlands. Hier findet sich zudem der größte deutsche Pferdezuchtverband, der Oldenburger Pferdezuchtverband e. V. Der Ursprung der Züchtung findet sich im 17. Jahrhundert; zu diesem Zeitpunkt diente der Oldenburger in erster Linie als Kutschpferd und wurde darüber hinaus in der Landwirtschaft gezielt eingesetzt. Die Rasse basiert auf dem Friesen. Durch Einkreuzungen der Rassen Vollblüter, Hannoveraner und Holsteiner entwickelte sich der Oldenburger ab den 1950er Jahren zu einem edlen Sportpferdtyp.

Ostfriese

Die Rasse des Ostfriesen entstand aus dem Oldenburger. Bis in die jüngste Neuzeit war die Pferdezucht in Ostfriesland ein bedeutsamer Produktionszweig der Landwirtschaft. Die Pferdezucht war dabei ausschließlich privat organisiert. Auf das derbe, gedrungene Wirtschaftspferd der Bauern trafen im 18. Jahrhundert Hengste der verschiedensten Herkünfte. Eine einheitlichere Stutenbasis bildete sich schließlich durch Aufstellung der aus Oldenburg stammenden Blutlinie Ende des 19. Jahrhunderts heraus. Zu diesem Zeitpunkt fand zudem eine unwiderrufliche Veränderung der einheimischen Pferde statt, die u. a. durch die Einkreuzung von Pferden aus der Provinz Hannover, England und der Normandie bedingt war. Im Jahr 1869 gründeten die ostfriesischen Züchter das Ostfriesische Stutbuch, wodurch sie dank konsequenter Selektionsmaßnahmen effizient auf die sich wandelnden Erfordernisse des Marktes reagieren konnten. Um 1910 erreichte das Ostfriesische Pferd den züchterischen Höhepunkt: Es war fortan sowohl als Arbeit- als auch als Luxuspferd einsetzbar. Ab 1920 wurde die Zuchtrichtung infolge der politischen und sozialen Umwälzungen nach dem Ersten Weltkrieg radikal verändert: Ein schweres Wirtschaftspferd mit exzellentem Schrittvermögen, ruhigem Temperament und preiswert in der Haltung wurde gefordert – es entstand ein schwerer Warmblüter, der sich auf der Grenze zum leichten Kaltblut befand. In der Folgezeit wurden Araber und Englische Vollblüter mit eingekreuzt. 1964 entschied die Zuchtleitung darüber hinaus über die Einkreuzung von Hannoveraner aus Celle. 1983 startete ein Rückzüchtungsprogramm mit dem Restbestand an Original-Stuten, sodass die alte Kulturrasse in ihrem Ursprungsgebiet erhalten werden konnte.

Pfalz-Ardenner

Der Pfalz-Ardenner wird seit dem Jahr 1900 gezielt gezüchtet. Die Basis der Züchtung stellen der Pfalz Ardenner und Einkreuzungen von französischen Kaltblutrassen (z. B. Lothringer, Ardenner, Comtois) dar. Das Zuchtbuch gestaltet sich seit jeher relativ offen; die Zucht im Raum Rheinland-Pfalz-Saar orientiert sich an den Vorzügen der Einkreuzungen, um einen gefragten sowie verkaufbaren Kaltblüter zu züchten. Laut Zuchtprogramm muss ein Pfalz-Ardenner (ab dem Geburtsjahrgang 2008) mindestens ein Elternteil der Rasse Pfalz-Ardenner vorweisen.

Rheinisches Kaltblut

Bild Rheinisches Kaltblut Das Rheinische Kaltblut wurde ursprünglich für die Landwirtschaft gezüchtet

Das Rheinische Pferdestammbuch wurde 1892 eröffnet und hatte zunächst die Zucht von schweren Kaltblütern für die Landwirtschaft zum Ziel. Belgische Brabanter konnten diesen Zweck hervorragend erfüllen und wurden für diesen Zweck importiert. Die Pferde aus dieser Zucht waren so beliebt, dass in den 1930er Jahren jedes dritte Pferd in Deutschland ein Rheinisch-Deutsches Kaltblut war. Schon kurz darauf wurden sie von Landwirtschaftsmaschinen und Automobilen ersetzt, sodass der Bestand bis heute stark abgenommen hat. Nur vereinzelt findet man noch Rheinisch-Deutsche Kaltblüter, überwiegend in der Forstwirtschaft zum waldschonenden Bäumerücken; die Rasse ist außerdem vom Aussterben bedroht und findet sich auf der Roten Liste der gefährdeten einheimischen Nutztierrassen in Deutschland.

 

Rheinisches Warmblut

Die Ursprünge der rheinländischen Pferdezucht finden sich bereits in der Römerzeit. Die Kaltblutzucht hat im Rheinland eine lange Geschichte. Die heute bestehende Warmblutzucht entwickelte sich jedoch erst allmählich nach dem Zweiten Weltkrieg in den 50er Jahren. Zuvor gab es in diesem Gebiet ausschließlich Interesse an Kaltblütern, worin sich die zu jener Zeit hohen Zuchtzahlen des Rheinischen Kaltblüters begründen. Angelehnt an die Entwicklung in anderen Bundesländern wurde schließlich der Zuchtzweig der Rheinischen Warmblüter vorangetrieben. Dabei kamen Stuten aus Westfalen, Zuchtpferde aus Hannover sowie Trakehner zum Einsatz. Mittels des Erbguts von ostpreußischen Hengsten wurde die Zucht schließlich abgerundet und vereinheitlicht. Heute wird die Rasse durch Einflüsse aus Holsteiner und Vollblüter veredelt.

Rottaler Pferd

Das Warmblutpferd Rottaler Pferd war bis Mitte des 20. Jahrhunderts die im niederbayrischen Rottal primär gezüchtete Rasse. Erstmals fand die Rassebezeichnung „Rottaler Pferd“ im Jahr 1872 Erwähnung. Vorher wurde die Rasse einfach als Rottaler bezeichnet – der Rottaler gilt neben dem Ostfriesen als die älteste geschichtlich erwähnte deutsche Pferdezucht (seit dem 10. Jahrhundert wurde der Rottaler auf der Grundlage ungarischer Beutepferde mit arabischer Blutführung mit variierenden Einkreuzungen gezüchtet). Im Jahr 2000 wurde das Rottaler Pferd von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) zur „Gefährdeten Nutztierrasse des Jahres“ ausgerufen. Ende des 20. Jahrhunderts ging die Zucht des Rottalers größtenteils im Bayerischen Warmblut auf. Nichtsdestotrotz versuchen vor allem Hobbyzüchter in Bayern, die Rasse zu erhalten.

Schwarzwälder Fuchs

Für das Schwarzwälder Kaltblut sind mehrere Bezeichnungen geläufig, darunter Schwarzwälder Fuchs, Schwarzwälder, St. Märgener Fuchs oder Wälderpferd. Das Schwarzwälder Kaltblut gilt als eine der ursprünglichsten Kaltblutpferdrassen, die vermutlich bereits im Mittelalter dem Menschen bei der Arbeit auf dem Feld, vor der Kutsche und unter dem Sattel zur Hand gingen. Das Stammbuch wurde 1896 eröffnet, 1978 in zwei Stammbücher geteilt und 1978 wieder zu einem Zuchtbuch vereint. Das heutige Erscheinungsbild haben die Schwarzwälder dem Eigensinn der Bauern zwischen 1880 und 1960 zu verdanken. Das Zuchtziel war seitens des Zuchtverbandes dahingehend verändert worden, dass ein noch schwererer Körperbau erreicht werden sollte. Hierfür war angedacht, schwere Kaltblüter ausländischer Pferderassen mit einzukreuzen. Die Bauern züchteten jedoch weiterhin nach den Vorgaben des ursprünglichen Schwarzwäldertyps. Trotz Strafandrohung setzten sie sich durch, sodass der ursprüngliche Typ erhalten blieb und heute nicht nur vor dem Wagen begeistert, sondern auch unter Freizeitreitern immer beliebter wird.

Senner

Die Pferderasse Senner wird von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e. V. (GEH) als extrem gefährdet eingestuft und befindet sich entsprechend auf der Roten Liste. Urkundliche Erwähnung fand die Pferderasse erstmals 1160. Zu diesem Zeitpunkt galt der Senner als Wildpferd und bevölkerte das Heidegebiet der Senne. Im Mittelalter galten die Pferde als begehrte Kulturrasse. Im 16. Jahrhundert wurde der Senner auf einem Gestüt nahe des Jagdschlosses Lopshorn in der Senne kontrolliert gezüchtet; Ende des 17. Jahrhunderts wurden arabische Vollblüter mit eingekreuzt.  Ab Ende des 18. Jahrhunderts wurde das Erbgut um Englische Vollblüter und Anglo-Araber erweitert.

Trakehner

Bild Trakehner Die Trakehner werden heute auch weltweit gezüchtet

Der Trakehner gehört zu den ältesten Reitpferderassen Deutschlands. Die Zucht der Rasse lässt sich lückenlos auf die Gründung des Hauptgestüts Trakehnen in Ostpreußen im Jahre 1732 zurückverfolgen: Friedrich Wilhelm I veranlasste zu diesem Zeitpunkt die Verwandlung des Sumpfgebiets in eine hervorragende Weidelandschaft mittels Entwässerung. Die entstandene Fläche lieferte den Pferden fortan eine hochwertige als auch nährstoffreiche Nahrung. Die Trakehner überlebten in den Folgejahren zahlreiche Kriege, lediglich der Zweite Weltkrieg hatte verheerende Folgen auf die Population. Zahlreiche Züchter flohen mit den Pferden in den Westen. Nach dem Krieg musste folglich die Linie aus nur 1.200 Pferden erneut aufgebaut werden. Seit 1945 wird die Trakehnerzucht in allen deutschen Bundesländern als auch weltweit betrieben. Die Trakehner hatten seit jeher hohe genetische Anteile von hochwertigen Warmblutpferden; nach den Prinzipien der Reinzucht dürfen neben Trakehnern heutzutage ergänzend nur Araber sowie Englisches Vollblut, Shagya-Araber und Anglo-Araber im Zuchtprozess verwendet werden.

Westfale

Nach dem Hannoveraner ist der Westfale die zweitgrößte geschlossene deutsche Warmblutzucht. Im Westfalenland lebten schon zu Zeiten der römischen Besatzung Wildpferde in den Sumpfgebieten. Die damaligen Züchter verwendeten diese Pferde als Basis für ihre Zucht; ein Zuchtstandard wurde erst 1826 mit der Gründung des Staatlichen Gestüts Warendorf aufgestellt. Waren zu Beginn hauptsächlich Oldenburger und Anglo-Normänner in diesem Zuchtprogramm im Einsatz, wurden sie nach und nach durch Hannoveraner ersetzt, die mit Vollblütern und Trakehnern die Basis für den Westfalen bildeten. 1904 wurde das Westfälische Pferdestammbuch gegründet. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges nahm der Bedarf an Kutsch- und Arbeitspferden massiv ab, sodass die Rasse der Westfalen für den Einsatz als Sport- und Dressurpferd optimiert wurde.

Württemberger Warmblut

Die Ursprünge dieser Pferderasse finden sich bei der Gründung des Haupt- und Landgestüts Marbach im Jahre 1573. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Württemberger zunächst als zähes Pferd gezüchtet, sodass er an die Gebirgsregionen Württembergs angepasst war. Später wurden die verschiedensten Blutlinien eingekreuzt: Dazu zählen u. a. Trakehner, Normänner, Nonius und Oldenburger. Das Gestütsbuch und die systematische, kontrollierte Züchtung bildeten sich im Jahr 1895 heraus. Nach dem Zweiten Weltkrieg konzentrierte sich die Zucht in eine andere Richtung: Es wurde sich stetig vom Typus des Arbeitspferdes entfernt, sodass sich der Württemberger immer mehr einem Sportpferd annäherte; vor allem der Einfluss des Erbguts von Trakehnern war bezeichnend. Bekanntester Zuchthengst war das Pferd Julmond, der als Stammvater des heutigen Württembergischen Warmbluts gilt.

Zweibrücker Warmblut

Wo sonst sollte diese Pferderasse ihren Ursprung haben, als im Landesgestüt Zweibrücken. Damals waren in dieser Region Warmblüter beheimatet, die auf eine Verpaarung von Englischen Vollblut und Araber zurückgingen. Die besten Pferde dieser Zucht konnten sich bereits 1821 auf dem ersten Pferderennen in Zweibrücken beweisen. Ein etwas schwererer Typ der Zweibrücker entstand durch Einkreuzung von Anglo-Normännern, um im 19. Jahrhundert den Bedarf an Arbeitspferden für die Landwirtschaft zu decken. Einige Jahrzehnte später wendete sich das Blatt erneut. Man besann sich auf die Qualitäten der ursprünglichen Zweibrücker Reitpferde. Fortan wurden Hengste hannoverscher Abstammung bevorzugt im Zuchtprozess eingesetzt, gegenwärtig (im Rahmen der springbetonten Pferdezucht) zudem auch die Rasse der Holsteiner. Heute verwaltet der Pferdezuchtverband Rheinland-Pfalz-Saar die Zucht des Zweibrücker Warmbluts.

 

 

Bildquellen:

 

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