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Pferderatgeber

Distanzreiten - der Reitsport für ausdauernde Pferde und Reiter

Was ist Distanzreiten? Infos über Training und Ausrüstung

Bild Distanzreiten Die Herausforderung beim Distanz- und Wanderreiten ist es, unterschiedliche Gelände und eine große Wegdistanz zu überwinden

Beim Distanzreiten überwinden Pferd und Reiter gemeinsam eine Distanz zwischen 25 bis 160 Kilometern an einem Tag. Distanzritte über mehrere Tage sind selten. Das Teilnehmerfeld besteht meist aus zwei Gruppen, von denen die eine nach der schnellstmöglichen Zeit strebt und die andere genügsam damit zufrieden ist, überhaupt das Ziel erreicht zu haben. Letztere sind eher zur Sparte der Wanderreiter zu zählen.

Wettbewerbsarten und Regeln beim Distanzreiten

Die Herausforderung beim Distanz- und Wanderreiten ist es, unterschiedliche Gelände und eine große Wegdistanz zu überwinden, wobei das Pferd genügend Kondition aufweisen muss, um die Strecke ohne Erschöpfungsanzeichen zu meistern. Dies kontrolliert ein Tierarzt an Start, Pausenplatz und Zieleinlauf. Die Wegstrecken und die jeweils erlaubte Gangart sind vorgegeben. Neulinge im Distanzreiten starten bei einem Einführungsritt über 25 bis 40 Kilometer, bevor sie in einer anderen Kategorie starten dürfen. Die nächste Kategorie sind die kurzen Distanzritte mit 41-60 Kilometern Länge, die nächsthöhere Kategorie die mittleren Distanzritte mit 61-80 Kilometern Länge und schließlich die langen Distanzritte mit mehr als 81 Kilometern Länge. Gewertet wird die insgesamt benötigte Zeit, um die gesamte Strecke zu überwinden.

Ausrüstung zum Distanzreiten

Neben leichtem und bequemem Sattel und Zaumzeug benötigt der Distanzreiter eine Stoppuhr und Taschenrechner, um jeweils das erforderliche Teilstreckentempo zu berechnen, sodass die erlaubte Höchstzeit nicht überschritten wird. Zweitwichtigstes Hilfsmittel beim Distanzritt ist der mobile Helfer. Er wartet an den Kontrollpunkten auf sein Team, um Verpflegung und Kühlung bereit zu stellen. Ein Notfallset für erste Hilfe und ein Hufkratzer sollten mitgeführt werden.

Als Distanzpferde geeignete Pferderassen

Generell eignen sich alle Pferderassen zum Distanzpferd. Wer auf Wettbewerben gute Platzierungen erzielen möchte, greift besser auf zähe Pferderassen zurück, die es gewohnt sind auch bei widrigen, wasserarmen Wetterumständen große Distanzen zurücklegen zu müssen, beispielsweise Araber und Achal-Tekkiner . Araberstuten gelten als sehr gute Distanzpferde. Abgesehen von der Rasseauswahl sollte das Pferd einen korrekten Körperbau haben und seine Bewegungen gut koordinieren können. Schlanke und hoch gebaute Pferde bewegen sich effizient und ausdauernd. Das Mindestalter des Pferdes für die Teilnahme an Distanzritten beträgt sieben Jahre für lange Distanzen, sechs Jahre für mittlere und kurze Distanzen und fünf Jahre für Einführungswettbewerbe.

Mentale Ausbildung eines Distanzpferdes

Die Grundausbildung von Distanzpferden beinhaltet körperliche wie psychische Vorbereitungen. Vor allem auf die Gewöhnung an viele verschiedene Umweltreize sollte geachtet werden. Auf Distanzritten geht es häufig sehr lebhaft zu, daher eignet sich auch nicht jedes Pferd für diesen Sport. Andererseits ist ein gewisses Maß an Temperament förderlich, um gute Ergebnisse zu erzielen. Durch häufige Geländeritte und den Aufbau einer guten Beziehung zwischen Pferd und Reiter kann auch ein temperamentvolles Pferd im Gelände Gelassenheit entwickeln, damit es seine Energie beim späteren Distanzritt nicht für unnötiges Scheuen vergeudet.

Grundkonditionstraining eines Distanzpferdes

Bild Distanzreiten Das Pferd muss für die langen Distanzen gut abgehärtet werden

Gleichzeitig mit dem mentalen Training gilt es, eine gute Grundkondition aufzubauen und das Pferd physisch auf die Wettbewerbsanforderungen vorzubereiten. Hufe, Knochen, Gelenke, Sehnen und Bänder müssen sich an die Belastung anpassen. Der Abhärtungsprozess dauert zwischen 4 bis 7 Monate, abhängig davon wie das Pferd zuvor trainiert wurde. Neben dem intensiven Training sind Erholungspausen wichtig, die das Pferd frei auf der Weide oder dem Paddock verbringen darf. Zunächst wird über den Zeitraum von etwa einem Monat überwiegend im Schritt auf unterschiedlichen Untergründen geritten, wobei nach und nach längere Trabintervalle von bis zu maximal 15 Minuten eingebaut werden. Sofern ein geeigneter Untergrund vorhanden ist, können nach und nach auch Galoppintervalle von bis zu fünf Minuten Länge ins Training aufgenommen werden. Das Training wird möglichst zunächst im flachen, dann im hügeligen Gelände durchgeführt und beinhaltet alle Untergrundarten. So kann die bestmögliche Abhärtung des Bewegungsapparates erreicht werden. Jede Gangart sollte am langen Zügel mit nur leichter Anlehnung geritten werden können, sodass der Reiter lediglich die Gangart vorgibt. Dies fördert die Selbstständigkeit des Pferdes, selbst den Weg zu wählen und seine Trittsicherheit zu verbessern. Das Grundkonditionstraining sollte nicht länger als zwei Stunden am Stück dauern.

Vorbereitung auf einen Distanzritt: Das Leistungskonditionstraining

Beim Leistungskonditionstraining wird das Distanzpferd gezielt auf die Anforderungen der Prüfung vorbereitet, um dann punktgenau am Prüfungstag Bestleistungen zeigen zu können. Das Leistungskonditionstraining schließt sich unmittelbar an das Grundkonditionstraining an. Zunächst wird die Anzahl der Galoppintervalle und das Galopptempo weiter erhöht. Hierfür muss ein geeigneter Untergrund vorhanden sein, um die Pferdebeine nicht übermäßig zu strapazieren. Längere Intervalle am Stück haben weniger Trainingseffekt als mehrere Galoppintervalle von nur wenigen Minuten Dauer. Eine leichte Steigung erhöht den Trainingseffekt. Zu starke Steigungen sind für das Leistungstraining nicht vorteilhaft. Etwa zwei Wochen vor der Prüfung sollte die Intensität erreicht sein, die für den Prüfungstag selbst benötigt wird. Der Trainingserfolg kann anhand der Erholungswerte überprüft werden. Je schneller sich ein Pferd nach einer Belastung erholt, desto besser ist sein Konditionszustand.

 

   

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Bildquellen :

Bild 1 : © Pixabay.com / jmrockeman

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