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Der große Nutztiere-Ratgeber

Rinder auf Weide Ruhen ist ein wesentliches Grundbedürfnis von Rindern, etwa sieben bis zwölf Stunden ruhen die Tiere.

Was muss ich bei der Haltung von Rindern beachten?

Die Zahl der ausschließlich auf Weiden gehaltenen Rinder wächst stetig. Das Leben im Freien auf einer umzäunten Fläche bedarf spezieller Vorkehrungen und erfordert bestimmte Maßnahmen. Auch der Aufenthalt im Stall muss gut organisiert sein, um das Wohlbefinden der Tiere zu steigern.

Witterungsschutz aufbauen

Rinder sind durchaus robuste Tiere, trotzdem benötigen sie einen Schutz gegen anhaltende Witterungseinflüsse auf der Weide. Elementar sind hierbei trockene, windgeschützte, überdachte sowie eingestreute Liegeflächen, die den Tieren ganztägig zur Verfügung stehen. Ruhen ist ein wesentliches Grundbedürfnis von Rindern, etwa 30 bis 50 Prozent des Tages (d. h. sieben bis zwölf Stunden) ruhen die Tiere.

Bei der Konzeption des Unterstandes müssen Sie Wert darauf legen, dass schwache, rangniedrige Rinder Ausweichmöglichkeiten haben. Weitere Grundregel: Der Abstand zum Futtertrog muss möglichst weniger als 100 Meter betragen – ist der Witterungsschutz weiter entfernt, wird er von den Rindern nicht genutzt, da sich diese mit Vorliebe im Bereich der Futterstelle aufhalten. Die dicke Strohschicht hilft den Tieren, die kostbare Körperwärme zu speichern: Sie verbleibt im Körper der Rinder und wird dank Einstreu nicht an den kalten Boden abgegeben bzw. verloren.

Zusätzlich sollten kleine unbeweidete Flächen umzäunt werden, wo die Kälber einen Ruheort finden können. In den Tagen nach der Geburt, der sogenannten Liegeperiode, suchen die Kleinsten einen ruhigen geschützten Ort, fernab von den anderen Kühen.

Stall & Liegeboxen einrichten

Rinder auf einer Bergwiese Tageslicht wirkt sich gesundheitsfördernd auf Rinder aus, so kann beispielsweise die Fruchtbarkeit verbessert werden.

Liegeflächen im Allgemeinen

Du wünschst Dir gesunde und leistungsfähige Rinder? Hierbei spielt der Liegekomfort eine wesentliche Rolle. Dieser wirkt sich unmittelbar auf Wiederkauaktivität, Milchleistung und Klauenbeschaffenheit aus. Ähnlich wie beim Witterungsschutz werden auch die Liegeflächen im Stall mit Heu ausgelegt. Tiefenboxen sind dabei circa zehn Zentimeter länger als Hochboxen. Die Breite einer Liegebox sollte mindestens 1,25 Meter (Innenmaß) betragen; der Nackenriegel ist dabei im Idealfall elastisch, um die Verletzungsgefahr beim Aufstehen der Rinder zu minimieren.

Strohmistmatratzen

Ratsam ist zudem die Anschaffung von Strohmistmatratzen, die den Liegekomfort um ein Vielfaches steigern. Strohmistmatratzen setzen sich aus zwei Schichten aus Mist und Stroh zusammen. Die Matratzen ergeben eine muldenfähige, waldbodenähnliche Unterlage. Des Weiteren treten nachweißlich durch die Verwendung einer solchen Matratze weniger Gelenkschäden auf und das Abliegen fällt den Tieren wesentlich leichter. Der Einstreubedarf liegt dabei bei geringen 0,3 bis ein Kilogramm pro Tag und Tier. In eine Tiefbox musst Du ungefähr 85 Euro investieren, Hochboxen liegen preislich bei circa 200 Euro.

Stallklima

Zu den Komfort steigernden Maßnahmen zählen des Weiteren Scheuereinrichtungen. Rinder benutzen diese mit Vorliebe am Abend oder nach dem Melken, in etwas drei- bis sechsmal pro Tag. Daneben spielt das Stallklima für das Wohlbefinden der Tiere eine wesentliche Rolle: Relevant hierbei sind die Lüftung, die Lichtverhältnisse sowie der Lärmpegel. Hinsichtlich der Lüftung sei vermerkt, dass geschlossene Kaltställe im Gegensatz zu Offenfrontställen extreme Lufttemperaturen besser puffern (Offenfrontställe können im Sommer Temperaturen bis zu 60 Grad Celsius erreichen, hier werden dringendst Ventilatoren benötigt). Außerdem sollten im Sommer 60 bis 100 Luftwechsel pro Stunde vorgenommen werden, im Winter sind in etwa vier ausreichend. Achtung vor Zugluft! Neben der Luft kommen den Lichtverhältnissen wesentliche Funktionen zu: Tageslicht wirkt sich gesundheitsfördernd aus, so kann beispielsweise die Fruchtbarkeit der Rinder verbessert und die Milchleistung erhöht werden.

Futter- und Wasserversorgung

Rinder sind Wiederkäuer: Sie können innerhalb relativ kurzer Zeit viel fressen und die Verdauung im Liegen auf die Nacht verschieben. Hauptfresszeiten sind morgens und abends. Hygienisch einwandfreies Wasser ist dabei die Grundvoraussetzung – um das Wohlergehen der Rinder zu garantieren, sollte das Vorhandensein an für sich selbstverständlich sein. Die Tränke sollte einen Durchlauf von mindestens zehn Litern pro Minute (bei Selbsttränkebecken) haben. Des Weiteren müssen diese Attribute wie funktions- und frostsicher, leicht zugänglich sowie ausreichend befestigt erfüllen.

Ähnliches gilt für die Futterstellen: Diese müssen ebenfalls einen festen Stand aufweisen und gegen Nässe als auch Verschmutzungen geschützt werden. Es empfiehlt sich, die Futterstellen täglich zu säubern und dabei selbstredend verdorbenes bzw. verschmutztes Futter zu beseitigen. Für den Futtertisch im Stall gilt, dass dieser erhöht angebracht sein muss, da die Rinder das Futter am Boden ansonsten aus dem Stand nicht erreichen können.

Überwachung der Rinder

Kalb auf einer Blumenwiese Anforderungen an eine Abkalbebucht sind ein ausreichendes Platzangebot.

Dringend vonnöten sind tägliche Kontrollrundgänge; im Rahmen der Abkalbungsphase müssen diese mehrmals am Tag stattfinden. Achte dabei auf das Verhalten der Tiere und etwaige Auffälligkeiten wie kränkelnde Rinder. Im Notfall sofort eine tierärztliche Untersuchung einleiten!

Neben den Tieren sollte Dein Augenmerk auf dem Zustand der Weide liegen, evtl. musst Du ab und an nachsäen oder giftige Pflanzen beseitigen. Außerdem müssen die Futtertröge und Tränken auf Funktionalität und Sauberkeit überprüft werden, hygienische Zustände dürfen nicht außer Acht gelassen werden!

Fortpflanzung

Mit acht bis zehn Monaten tritt bei Kühen die Geschlechtsreife ein, bei männlichen Rindern mit neun bis elf. Zuchtreife erreichen die weiblichen Tiere dann mit 18 bis 24, die Bullen mit etwa 15 Monaten. Rinder tragen durchschnittlich 280 Tage.

Zur Stalleinrichtung gehört eine Abkalbebucht, in der die kalbende Kuh die benötigte Ruhe finden kann: Das Rind kann sich voll und ganz auf die Geburt und das Kalb konzentrieren. Anforderungen an eine Abkalbebucht sind ein ausreichendes Platzangebot (mindestens zwölf Quadratmeter pro Tier), die Bucht sollte sich nicht allzu abseits von dem Rest der Herde befinden und der Boden muss eingestreut werden. Achte zudem darauf, dass Zugluft vermieden wird und die Box leicht zugänglich ist. Ein Warm- und Kaltwasseranschluss ist zudem von Vorteil.

 

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