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Ratgeberübersicht Motorrad

Motorradrennen rund um den Globus

Bild Motorrad auf einer Weltkugel mit Zielfahne Der Motorradsport hat seinen Ursprung im Jahr 1817. (Einfach klicken zum Vergrößern)

Touren um die Welt, Geschwindigkeitsrekorde, Langstreckenrennen und Straßenrennen - Motorradsport ist vielfältig. Und er erfreut sich seit knapp 100 Jahren großer Beliebtheit. Es mag ein bisschen der Nervenkitzel sein, der den Spaß ausmacht, denn es kommt immer wieder zu Unfällen, zum Glück selten tödlich. Die Rennen sind nicht nur in unterschiedliche Strecken auf der Straße, im Gelände und auf Rennbahnen unterteilt, sondern werden auch nach Art der Maschinen, Hubraum, Leistung und erlaubten Maschine je Fahrer (weibliche Form immer impliziert) unterteilt. Zeit, sich einen allgemeinen Überblick zu verschaffen.

Mit und ohne Motor, Dampf, elektrisch oder Zweitakter

Die Geschichte des Motorrads beginnt genau genommen schon 1817 mit der Erfindung der Laufmaschine von Karl Drais. Dieser Urtyp des Fahrrads wurde schnell weiterentwickelt und bereits 1869 in Frankreich von Michaux-Perreaux mit einer Dampfmaschine versehen und in Frankreich und in den USA in ganz unterschiedlichen Modellen gebaut.

Die Maschinen erwiesen sich aber für weitere Entwicklungen, insbesondere im Bereich einer Geschwindigkeitssteigerung, als zu schwer. Trotzdem wurden in den USA bis in die 1890er Jahre Dampfräder produziert. Danach kamen die bis heute üblichen Verbrennungsmotoren auf. Ein erster Vorläufer dieser frühen Motorräder kann in dem 1885 erstmals gebauten Daimler-Reitwagen gesehen werden, konstruiert von Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach. Der Daimler-Reitwagen sah zwar schon grob aus wie ein Motorrad, hatte aber links und rechts noch Stützräder. Aus Hickory-Holz mit verstärkenden Eisenplatten bestanden die Daimler-Reitwagen, von denen es nur noch sehr wenige Modelle weltweit gibt. Der Prototyp wurde von einem Feuer zerstört.

Im militärischen Einsatz befanden sich Motorräder spätestens ab den Burenkriegen, und ab 1920 wurden Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt. Der Motorradsport war geboren, vor knapp 100 Jahren. Allerdings gibt es keine Form des Motorradsports, der von damals bis heute durchgehend in der gleichen Form durchgeführt wurde. Nicht zuletzt aufgrund der ständigen technischen Neuerungen werden die Regeln der einzelnen Disziplinen immer wieder neu definiert, um Fahrern und Maschinen gerecht zu werden. Und so hat sich inzwischen neben dem Motorradsport (für zeitgenössische Räder) auch eine Sparte namens Historischer Motorradsport entwickelt, bei dem die Fans und Fahrer historischer Maschinen auf ihre Kosten kommen und Teilnahmeregeln vorfinden, die zumindest ansatzweise faire Ausgangsbedingungen für die unterschiedlich ausgerüsteten Motorräder vergangener Zeiten schaffen.

Historische Entwicklung des Motorradsports

Bild altes, rot, weißes Rennmotorrad Das Gesamtgewicht von Rennfahrer und Motorrad war damals vorgeschrieben.

Rennen in England

Ab 1900 etwa fanden auf dem Kontinent regelmäßig Motorradrennen im Land des vorherigen Siegers statt. Sie wurden Coupe International genannt, das Gesamtgewicht von Fahrer und Maschine zusammen war vorgeschrieben. England nahm schnell die Spitze im Motorradrennsport ein, allerdings wurden Rennen auf nicht permanenten Rennstrecken auf der Britischen Insel bald verboten. Die Isle of Man gehörte nicht zum Königreich, sondern autonomer Kornbesitz, so dass das Verbot nicht galt. Kurioserweise waren beim ersten Rennen 1907 noch Pedale zur Unterstützung erlaubt, so dass sich die Fahrer bei unzureichender Motorleistung ins Ziel radeln konnten. Der Werkzeugkasten musste selbstverständlich in den Anfangsjahren immer mitgeführt werden.

Weltverband für Motorradsport

Bis auf das Jahr 1904 lässt sich der organisierte Motorradsport zuverlässig zurückverfolgen. In diesem Jahr wurde ein Weltverband gegründet, heute unter der französischen Bezeichnung Fédération Internationale Motorcyclist bekannt. Weltmeisterschaften in den verschiedenen Klassen werden seit 1949 gefahren, aber hier ändern sich, wie bereits erwähnt, hin und wieder die Einstufungen der Räder, die Teilnahmebeschränkungen und teilweise sogar die Bezeichnungen der einzelnen Rennklassen.

Entwicklung von Rennmotorrädern

Die ersten Rennmotorräder sahen noch ganz anders aus als heute. Es waren unverkleidete Serienmotorräder, der Luftstrom war dadurch nicht optimal. Erst später wurde mit verschiedenen Verkleidungen experimentiert, um den Luftstrom um das Motorrad bei hohen Geschwindigkeiten zu optimieren. Mit den verschiedenen Erkenntnissen der Strömungstechnik änderte sich dadurch auch immer wieder das äußere Erscheinungsbild, die Form der Maschinen. Heute wird bei den Weltmeisterschaften zwischen den Klassen 125 cm3, 250 cm3 und 500 cm3 unterschieden, bezeichnet als Moto3 (125 cm3), Moto2 (250 cm3) und MotoGP (500 cm3). Dazu kommen Superbike WM und Supersport WM sowie die FIM Endurance World Championship. Die Sidecar WM gehört ebenfalls dazu. Allerdings sehen die heute dabei gefahrenen Gespanne kaum noch aus wie ein Motorrad mit Seitenwagen, der klassische Sozius ist längst aus der Mode gekommen und damit aus der Serienproduktion gefallen.

Traditionsreiche Rennen

Als härtestes Straßenrennen gilt übrigens die seit 1907 jedes Jahr auf der gleichnamigen Insel stattfindende Isle of Man TT (Tourist-Trophy). Ebenfalls auf eine gewisse Tradition blicken sogenannte Motocross Rennen zurück, die im Gelände abgehalten werden und nicht nur auf Geschwindigkeit, sondern auch auf Fahrgeschick auf unterschiedlichstem Terrain ausgelegt sind. Bei sogenannten Trials müssen die Fahrer künstlich errichtete oder natürliche Hindernisse überwinden.

Isle of Man TT - das bekannteste und härteste Rennen der Welt

Bild kurvige Straße in Irland Die Isle of Man TT findet auf normalen Straßen statt.

Seit 1911 starben 252 Fahrer auf der wohl umstrittensten Strecke der Welt. Das Rennen findet seit 1907 auf der Insel statt und wird auf dem Snaefell Mountain Course ausgetragen, einem Netz normaler Straßen, das kein in sich geschlossener, permanenter Rundkurs ist. Selbstverständlich sind die Straßen während Training und Motorradrennen für den Individualverkehr gesperrt.

Sowohl Start als auch Ziel der 60,725 km langen Rundstrecke liegen in Douglas, und die Teilnehmer starten zeitversetzt. Die Strecke ist so anspruchsvoll, dass es den Tod des Fahrers bedeuten kann, wenn bei den gefahrenen hohen Geschwindigkeiten die Ideallinie auch nur um wenige Zentimeter verfehlt wird, denn die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt bei etwas über 209 km/h. Bei einem normalen Motorrad Grand Prix auf modernen Rennstrecken liegt die Geschwindigkeit mit durchschnittlich 160 km/h bedeutend niedriger. Unfälle sind bei diesem Motorradrennen oft tödlich, denn Sturz- und Auffangbereiche sind streckenweise nicht, streckenweise nur vereinzelt vorhanden, Häuser, Steinwände und Böschungen begrenzen die Strecke ganz natürlich.

Die Tourist-Trophy der Isle of Man zählte übrigens von 1949 bis 1976 als Motorrad-Straßen-Weltmeisterschaft der FIM. Der Fahrer mit den meisten Siegen bis heute ist Joey Dunlop, der das Rennen insgesamt 26mal für sich entscheiden konnte, gefolgt von John McGuinness (23 Siege) und Dave Molyneux (17 Siege).

Bol d'Or - das bekannteste 24-Stunden-Motorrad-Rennen

Das Rennen um die Goldene Schale, französisch Bol d'Or, findet seit 1922 alljährlich am dritten Wochenende im September in der französischen Stadt Vaujours en Seine St Denis statt und startet samstags um 15:00 Uhr und endet am darauffolgenden Sonntag um 15:00 Uhr. 1978 bis 1999 wurde das Rennen auf der Strecke Circuit Paul Richard ausgetragen, seit dem Jahr 2000 findet es auf der Strecke von Magny-Cours statt. Benannt ist das Rennen nach dem Siegerpokal, der die Form einer Schüssel hat. Das Großereignis zieht Fans und Zuschauer aus ganz Europa an und lockte zu den Hochzeiten in den 1980er Jahren bis zu 150.000 Menschen an. Der Hersteller Honda hat seine Honda CB 900 F Bol d'Or nach dem Rennen benannt.

Trotz hohen Risikos beliebt

Bild Motorräder auf Rennstrecke Motorradrennen sind auf der ganzen Welt beliebt.

Motorradsport erfreut sich nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Teilen der Welt neben dem Autorennsport hoher Beliebtheit. Gleich nach den Formel 1 Rennen sind es Motorradrennen, die am meisten verfolgt werden. Trotz des hohen Interesses an den Neuigkeiten aus dem Motorradsport ist die Akzeptanz bei Anwohnern der Straßenstrecken, Betreibern der Rennstrecken etc. eher gering. Das ist nicht nur auf Lärmbelastung und andere Emissionen zurückzuführen, sondern liegt vermutlich zum Teil auch auf die hohe Todesrate bei Stürzen zurückzuführen. Im Autorennsport sieht es in dieser Hinsicht eben ganz anders aus, die Fahrer sind besser geschützt. Todesfälle gelten immer als schlechte Presse für Veranstalter, Ausrichter, Streckenbetreiber und alle anderen Beteiligten.

Seriennahe Motorräder bei der Superbike WM

Nicht auf den üblichen Straßen, sondern auf befestigten Rundstrecken, die rein zu Rennzwecken gebaut wurden, findet die Superbike WM seit 1988 regelmäßig statt. Zugelassen für das Rennen sind straßenzugelassene, vollverkleidete Sportmotorräder, die der Klasse 1000 cm3 angehören. Hubraub-grenzen, Mindestgewicht und Motoren unterliegen jeweils verschiedenen Regelungen, Motorentuning ist ebenfalls in einem Regelwerk festgeschrieben. Seit der Saison 2016 gibt es ein neues Wochenendformat: Das Rennen startet jetzt um 13:00 Uhr Ortszeit anstelle des vorher praktizierten Starts am Sonntagnachmittag.

Motocross: Nicht nur Motorräder, sondern auch Quads

Wissenswertes über Motocross

Bild Motocross-Rennfahrer Die Anfänge des Motocross liegen im Jahr 1900.

Motorräder, die für Rennen im Gelände ausgelegt sind, zeichnen sich durch einen langen Federweg, progressive Federkennlinie und Reifen mit groben Stollen aus. Eine Straßenzulassung ist bei Motocross nicht vorgeschrieben, denn die Wettkämpfe finden in abgesperrtem, nicht-öffentlichem Gelände statt. Dementsprechend verfügen die gefahrenen Maschinen in der Regel nicht über Blinker, Licht, Ständer oder Kennzeichenhalter.

Früher gab es auch Rennen mit Seitenwagen, aber die sind inzwischen nicht mehr so beliebt. Stattdessen wird Motocross zunehmend mit Quads gefahren. Die Fahrer schützen sich mit Helmen, Schutzprotektoren, Handschuhen und einem entsprechenden Anzug, zusätzlich sind Stiefel nötig. Wer bei Motocross direkt an Matschpisten, Wälder mit dichtem Unterholz und Downhill denkt, hat den Sport nur zum Teil erfasst: Motocross gibt es auch Indoor, die Strecken werden aber oft als Supercross bezeichnet. Der Sport existiert auf verschiedenen Ebenen, die wichtigsten sind die Weltmeisterschaft sowie die Wettkämpfe der American Motorcyclist Association. Hier geht es interessant zu: Seit 2005 werden Rennen nur für Frauen ausgerichtet.

Anfänge des Motocross

Die Anfänge des Motocross liegen irgendwo um das Jahr 1900, als die ersten Rennen auf den damals eher unbefestigten Straßen in Großbritannien ausgetragen wurden. Insofern ist die frühe Geschichte des Motocross eng mit der Geschichte der Isle of Man Tourist Trophy verbunden. Bald wurden die ersten Geländefahrten veranstaltet, in deren Rahmen die Fahrer versuchten, Hügel zu erklimmen und Berge zu überwinden. Der Gewinner war nicht der Schnellste, sondern der, der am weitesten kam.

Für Zuschauer waren die damaligen Hillclimbs nicht wirklich attraktiv, sie schauten sich lieber die schnelleren Straßenrennen an. Zu mehr Popularität verhalf erst 1908 das erste richtige Geländerennen auf Militärgelände, das genau zu diesem Zweck veranstaltet wurde. 13 Motorradfahrer und 16 Reiter trugen das Rennen in Form einer Fuchsjagd aus, die beiden Gruppen traten gegeneinander an. Da nur zwei der Motorradfahrer das Ziel überhaupt erreichten, gewannen die Reiter. Das war natürlich nicht sehr spannend für Zuschauer, so dass noch bis 1913 wenig Begeisterung für diese Form der Rennen aufkam.

In diesem Jahr wurde der erste Scottish Six Days Trial ausgetragen, und ab da waren Geländerennen zunehmend publikumswirksam. Für den Zweiten Weltkrieg schließlich wurden leistungsstarke Motorräder mit stabilen Rahmen benötigt, was die technischen Entwicklungen vorantrieb und den Sport für Zuschauer immer interessanter machte - bis heute.

 

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