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Shabby Chic - schön mal anders
Für das Einrichten im Shabby Chic ist eine Menge Liebe fürs Detail gefragt.
Übersetzt man "Shabby Chic" wörtlich aus dem Englischen ins Deutsche, mutet das Ergebnis wenig ansprechend an: schäbiger Schick. Doch glücklicherweise sieht dieser Einrichtungsstil in Wirklichkeit alles andere als schäbig aus.
Die bisweilen extravagante, aber in jedem Fall individuelle Mischung aus Flohmarktschnäppchen von Trödelmärkten, Erbstücken und Selbstgemachtem verleiht jedem Raum eine unübertroffen gemütliche Ausstrahlung und gilt nicht ohne Grund als rebellische Schwester der Landhausstils. Der Shabby Chic verleiht einem Raum einen ganz gewissen Charme und zeigt eine gewisse Leidenschaft für altes aber trotzdem Schönes.
Um einen Raum bestmöglich dem Shabby Chic anzupassen, ist Liebe fürs Detail gefragt. Man sollte sich Zeit nehmen und die verschiedene Details und Dekoartikel zusammentragen und schön aufeinander abstimmen. So entsteht ein liebevolles Zuhause.
Inhaltsverzeichnis
Die Geburtsstunde
Die Geburtsstunde des populären Einrichtungsstils Shabby Chic lässt sich übrigens auf das Jahr 1989 zurückdatieren, als die amerikanische Einrichtungspäpstin Rachel Ashwell in Santa Monica ihren ersten Laden für antike Möbelbezüge und Vintage-Accessoires mit dem verheißungsvollen Namen "Shabby Chic" eröffnete. Rachel Ashwell hatte schon immer ein Händchen für die Kombination lieb gewonnener Erbstücke, unwiderstehlicher Flohmarkttrophäen und schicker neuer Designerstücke. Der Shabby Chic lebt von der Devise, aus vielen unvollkommenen und vielleicht auch nicht allzu schönen Dingen ein atemberaubendes Gesamtkunstwerk zu zaubern.
Ungeahnte Kombinationsmöglichkeiten erleben
Mit der richtigen Dekoation und ein paar Blumen wird die Leichtigkeit des Shabby Chic unterstrichen.
Neues, Altes und Kurioses - gewürzt mit einer Prise verhaltener Eleganz und abgerundet mit femininer Lässigkeit. Genau diese Mischung ist es, die dem Shabby Chic einen ganz besonderen Reiz verleiht.
Ausgefallene Accessoires, edel schimmernde Materialien und liebevoll restaurierte antike Möbel verleihen dem Shabby Chic eine Aura der Disharmonie, die trotz aller offensichtlichen Markel bewusst auf das Unvollkommene setzt und so eine Leichtigkeit ausstrahlt, die kaum lieblicher und harmonischer sein könnte.
Der Shabby Chic bedient also alles, was ein gemütliches und trotzdem individuelles Heim braucht. Das positive am Shabby Chic ist, dass man nicht auf spezielle Möbel angewiesen ist, sondern jede Art von Möbeln sich für den Shabby Chic eignet. Sie sollten nur in hellen Farben gehalten sein und eines der unten aufgelisteten Merkmalen aufweisen.
Diese Merkmale sind charakteristisch für den Shabby Chic:
- Natürliche Gebrauchsspuren
- Möbel, die "künstlich" gealtert wurden
- Grobes, scheinbar unbearbeitetes und unbehandeltes Holz
- Fehlerhafte Lackierungen, angeschliffener oder abgeplatzter Lack
- Zarte Pastelltöne
- Erdtöne
- Kräftige Farben
- Florale Muster aus Großmutters oder Urgroßmutters Zeiten
Kein Stil der schrillen Töne
Der Shabby Chic lebt von matten und überwiegend zarten Farben. Knallig bunte bis schrille Töne kommen nur äußerst selten zum Einsatz. Beliebter sind weiche Pastelltöne - ob Türkis, Violett, Rosé, Himmelblau oder Gelb. Durch die Kombination mit edlem Grau und gebrochenen Weiß- und Cremenuancen entsteht eine sanfte Farbwelt, die Gemütlichkeit ausstrahlt, ohne dabei auch nur ansatzweise altbacken oder drückend zu wirken.
Glänzende und funkelnde Accessoires unterstreichen durch ihren edlen Schimmer die hellen Farben: Vasen aus Silber, Leuchter mit strahlenden Kristallen und opulente Paillettenkissen bringen einen klitzekleinen Hauch Dekadenz ins Spiel der zurückhaltenden Farbkompositionen. Um den Stil perfekt und duftig-frisch abzurunden, sind frische Blumen hervorragend geeignet. Besonders harmonisch wirken üppige Arrangements aus Fliederblüten, Hortensien und Pfingstrosen. Blumen passen nicht nur optisch sehr gut in den Raum, sondern unterstreichen die leichte, zarte Optik noch mit milden Düften.
Natürliche Materialien geben den Ton an
In erster Linie kommen Möbel und Accessoires aus natürlichen Materialien zum Einsatz, die bereits verwendet wurden und entsprechende Gebrauchspuren aufweisen. Brüchiges Leder mit erhabener Patina trifft auf frisch gekalkte Wände, grobe Wolle vereint sich mit feinstem Samt. Sterile Perfektion ist nicht gefragt - Shabby Chic will wohnlich sein und Gemütlichkeit ausstrahlen. Auch liebevoll gestaltetes Kunsthandwerk und selbst gemachter Nippes haben ihren Platz.
Aus diesem Grund sind auch Einzelstücke aus Tüll, Kunststoff oder Metall durchaus salonfähig und erhalten durch den gewagten Mix mit Naturmaterialien einen ganz eigenen Reiz. Der Shabby Chic lebt von der Mischung aus verschiedenen genutzten und gealterten Dingen, welche wieder hübsch gemacht wurden. Grade in Second-Hand-Läden oder auf dem Flohmarkt kann man eine Menge Shabby-Chic Dinge finden. Möchtest Du es Dir leichter machen, kannst Du heutzutage auch einfach in ein Möbelhaus gehen. Mehr und mehr neue Möbel werden nämlich schon in der Shabby-Optik verkauft und hergestellt.
Shabby-Chic Look selbst gemacht
Oft werden Möbel lackiert, um eine nachgeahmte Alterung der Oberflächenbehandlung zu erzielen.
Gemeint ist mit diesem Look eine nachgeahmte Alterung der Oberflächenbehandlung, die durch Risse in der Lackierung zum Ausdruck kommt. Erzielt wird dieser Effekt durch den Einsatz von Krakelierlack, der auch unter dem Namen Reißlack bekannt ist. Mit ein wenig Geschick lassen sich dadurch beeindruckende optische Effekte erzielen.
Der Lack eignet sich für die Oberflächenbehandlung von Holz und keramischen Gegenständen wie alte Lampenschirme aus Keramik oder Fliesen. Vor allem bei Möbelstücken kann durch die Anwendung dieses speziellen Lacks ein beeindruckendes Ergebnis erzielt werden. Wird eine Oberfläche mit Krakeliereffekt versehen, sind mehrere Arbeitsschritte nötig, in deren Verlauf vier Lackschichten aufzutragen sind.
Der Risseffekt entsteht dadurch, dass sich der Reißlack während des Trocknens zusammenzieht und sich dadurch Risse bilden, durch die die Untergrundfarbe durchschimmert. Daher ist es von großer Bedeutung, Farben auszuwählen, die entweder im Kontrast stehen oder als Farbfamilie harmonieren.
So wird die Oberfläche zum optischen Highlight
- Nachdem die Oberfläche für die Lackierung vorbereitet wurde, wird als erste Farbschicht ein Acryllack aufgetragen. Dieser Lack schimmert nach der Fertigstellung durch die entstandenen Risse und sollte dunkler sein als der Decklack.
- Im zweiten Arbeitsgang wird der Krakelierlack aufgetragen. Dabei ist unbedingt zu achten, dass der Lack immer nur in eine Richtung verarbeitet wird. Der Lack wird dünn aufgetragen und darf weder tropfen noch laufen.
- Die dritte Schicht ist die sogenannte Deckschicht aus hellem Acryllack, die nach dem Abtrocknen des Reißlacks aufgetragen wird. Tragen Sie diese Schicht sehr zügig auf, da die Rissbildung bereits nach wenigen Sekunden beginnt. Sobald die Rissbildung eingesetzt hat, darf diese Stelle nicht mehr überstrichen werden, da die entstandenen Risse dadurch überdeckt werden und es zu keiner erneuten Rissbildung kommt. Abhängig von der Auftragsdicke der Deckschicht kommt es bei dickem Auftrag zu breiten und bei dünnem Auftrag zu feinen Rissen.
- Zum Schutz der Oberfläche sollte nach dem vollständigen Abtrocknen eine Schicht Klarlack aufgetragen werden. So wird ein Abblättern der Risse bei Benutzung des Gegenstandes vermieden.
Sicherheitshalber solltest Du vor Beginn der Arbeit etwas üben, um ein Gefühl für das korrekte Auftragen der Schichten zu erhalten. Gleichzeitig kannst Du experimentieren, wie unterschiedliche Effekte entstehen. Verwende dazu einfach ein Stück Holz, auf das die unterschiedlichen Farbschichten aufgetragen werden.
Fazit
Der Shabby-Chic ist ein sehr echter, einladender Stil, welcher aus optisch älteren Dingen besteht. Die Töne sind relativ hell und freundlich. Wer sich für den Shabby-Chic entscheidet, sollte sich im Klaren darüber sein, dass man etwas Zeit braucht, um all die wunderbaren Kostbarkeiten und Dekoartikel zusammen zu bringen. Hat man dies aber nach und nach geschafft, wohnt man in einer herrlichen, individuellen und freundlichen Atmosphäre, für die man in der Regel nicht viel Geld ausgeben musste.
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