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Startseite Ratgeber Kleinsäuger Meerschweinchen: artgerechte Haltung und Pflege

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Meerschweinchen: artgerechte Haltung und Pflege

Meerschweinchen In diesem Ratgeber erfährst Du alles, zur Haltung und Pflege von Meerschweinchen.

Meerschweinchen sind abhängig von der regelmäßigen Pflege durch den Menschen. Zur Pflege gehört sowohl die Reinigung des Stalls als auch die Körperpflege des Tieres. Ein geeignetes Meerschweinchengehege muss den Bedürfnissen der Nagetiere entsprechen. Wir verraten Dir folgend, welche Aspekte es bei der artgerechten Meerschweinchenhaltung zu berücksichtigen gilt und wie Du die Körper- und Lautsprache richtig deutest, um im Ernstfall intervenieren zu können.

Unterbringung des Meerschweinchens

Der richtige Meerschweinchenkäfig bzw. -stall

Der Meerschweinchenstall (unten mit einer Plastikwanne, oben mit einem Gitteraufsatz versehen) sollte nicht kleiner als 1,5 m² sein. Eine Bodenwanne mit 15 cm Höhe reicht aus, so kann das Meerschweinchen noch einen Blick oben drüber werfen. Das Gitteroberteil ist meistens abnehmbar, sodass man den Käfig leicht reinigen kann. Der Käfig darf nicht der Zugluft ausgesetzt sein. Es sollte zudem genügend Abstand zu Lärmquellen wie Radio und Fernseher eingehalten werden. Meerschweinchen mögen es, ein bisschen erhöht zu wohnen. Deshalb kann man den Meerschweinchenkäfig oder -stall auf einen kleinen Tisch stellen – so befinden sich die Nagetiere auf Augenhöhe mit ihrem Besitzer. Von einem Platz auf dem Boden ist abzuraten.

Die Einrichtung des Käfigs/Stall

Meerschweinchen auf seiner Hütte Meerschweinchen benötigen kleine Häuser als Rückzugsorte, um sich geborgen zu fühlen.

Im Wesentlichen entspricht die Einrichtung des Meerschweinchenkäfigs der eines Kaninchenstalls. Wichtig ist es, den Tieren auch einen Rückzugsort in Form eines Häuschens zur Verfügung zu stellen. Mehrere Meerschweinchen benötigen auch entsprechend mehr Raum. Da die Tiere hin und wieder recht ängstlich sind, brauchen sie diese Häuser, um sich stets geborgen zu fühlen. Solche Orte würden sie auch in der Natur heimsuchen. Ein stabiler, schwerer Fressnapf aus Keramik, eine Nippeltränke sowie eine Heuraufe sind im Meerschweinchenstall empfehlenswert.

Der weiteren Inneneinrichtung des Käfigs sind keine Grenzen gesetzt. Man kann den Tieren beispielsweise Laufplanken bauen, über die sie auf das Dach ihres Häuschens oder auf einen gesonderten Aussichtsplatz gehen können. Als Streu im Meerschweinchenstall bieten sich Sägespäne an. Diese sind sehr saugfähig und nehmen Urin schnell auf.

Reinigung des Käfigs/Stall

Es ist sehr wichtig, dass das Käfigzubehör sauber gehalten wird. Trink- und Fressbehältnisse müssen täglich gereinigt werden. In der Nippelflasche können sich am Verschluss viele Keime absetzen. Deshalb gilt: Flasche und Fressnäpfe mit heißem Wasser gründlich auswaschen. Der Käfig und die Ausstattung sollten einmal wöchentlich komplett gereinigt werden. Dazu Häuschen und Spielsachen mit heißem Wasser abschrubben, Käfig mit heißem Wasser reinigen und trocknen und das Streu erneuern.

Auslauf und Freigehege sind wichtig

Auslauf in der Wohnung

Die Meerschweinchen lieben es, kleine Touren durch die Wohnung zu drehen. Allerdings sind sie nicht stubenrein und lassen ihren Kot sofort fallen. Abgesehen davon lauern in der ungesicherten Wohnung viele Gefahren für die Nager wie spitze und scharfe Gegenstände, giftige Zimmerpflanzen sowie Elektrokabel. Mit einer Einzäunung innerhalb der Wohnung ist dem ein Ende gesetzt. Sei also stets in der Nähe, während die Tiere Auslauf haben.

Zeit im Freigehege

Bild von Meerschweinchen im Freien Meerschweinchen sollten so oft wie möglich für ihren Auslauf an die frische Luft.

Wann immer es möglich ist, sollten die Meerschweinchen raus aus dem Indoor Meerschweinchenstall und an die frische Luft. In ihrem Freigehege, über das ein Gitter oder Netz gespannt sein muss, um die Tiere vor Feinden zu schützen, benötigen die Meerschweinchen auch eine stabile Schutzhütte. Trotzdem darf das Freigehege auf keinen Fall in die pralle Sonne gestellt werden, weil Meerschweinchen nicht in der Lage sind, ihre Körpertemperatur gut zu regulieren. Selbiges gilt für einen Auslauf auf dem Balkon: Achte auch dort auf ausreichend Futter- und besonders Wasserquellen.

Pflege der Meerschweinchen

Je nach Rasse ist die Pflege des Meerschweinchens sehr aufwendig oder weniger zeitintensiv. Beim täglichen Streicheln kann der Tierbesitzer sein Meerschweinchen auf Hautveränderungen oder Verfilzungen überprüfen. Dem Fell, den Krallen und den Zähnen gilt hier das Augenmerk.

Fell

Die langhaarigen Meerschweinchen müssen teilweise einmal täglich gebürstet werden. Am besten verwendet man hierzu einen Kamm mit weiten Zinken und eine weiche Bürste. Sollten Haarstellen bereits verfilzt sein, muss das Fell geschoren werden. Glatthaar-Meerschweinchen müssen nur gebürstet werden, wenn sie sehr dreckig sind. In der Regel halten sie ihr Fell jedoch selbst sauber.

Krallen

Wenn die Krallen sich nicht von alleine abnutzen, beispielsweise bei der Wohnungshaltung, werden sie zu lang. Zu lange Krallen können dem Tier starke Schmerzen beim Laufen bereiten. Auf hartem Boden muss man in der Regel nichts unternehmen, weil die Nägel stets „frisch gefeilt“ sind. Beim Krallenschneiden muss unbedingt darauf geachtet werden, dass das Blutgefäß nicht verletzt wird. Am besten vom Tierarzt zeigen lassen.

Zähne

Die Zähne von Nagern wachsen ein Leben lang. Regelmäßige Knabber- und Nagekost verhindert, dass die Zähne in einem Bogen nach hinten wachsen. Dann können die Tiere nicht mehr richtig fressen. Darum ist eine regelmäßige Kontrolle der Zähne wichtig. Weitere Informationen erhältst Du im Ratgeber zur Zahnpflege bei Haustieren.

Wie viele Meerschweinchen für eine artgerechte Haltung?

Bild von zwei Meerschweinchen Meerschweinchen sollte man nicht einzeln halten - Sie sind äußerst soziale Tiere.

Meerschweinchen sind relativ unkomplizierte, liebe Heimtiere. Es ist dennoch wichtig, sich Grundwissen über die Haltung anzueignen, um Fehler zu vermeiden. Besonders wichtig ist, dass die Meerschweinchen unter Artgenossen leben. Sie sind äußerst soziale Tiere und lebten in der Natur stets in großen Gruppen. Sie können über ein umfangreiches Repertoire an Lauten miteinander kommunizieren. Ein Leben allein ist ihnen nicht nur fremd, sondern widerspricht völlig den Anforderungen an eine artgerechte Haltung.

Meerschweinchen sind Rudeltiere: Das Alleinleben in einem Käfig ist für das Meerschweinchen unnatürlich und wird es langfristig unglücklich machen. Die Tiere können zudem Stress viel besser verkraften, wenn sie mit Artgenossen zusammenleben. Mindestens zwei Meerschweinchen sollten daher stets in einem Meerschweinchenstall zusammen wohnen.

Körpersprache und Lautsprache richtig deuten

Wer das Verhalten und die Sprache der Meerschweinchen versteht, tut sich im Umgang mit den Tieren leichter und hat mehr Freude mit ihnen. Ebenso kannst Du das Verhalten der Meerschweinchen interpretieren, wenn Du diese mit anderen Nagern gemeinsam hältst und so frühzeitig intervenieren, falls sich die Tiere in ihrer gegenseitigen Gesellschaft nicht wohlfühlen.

Körpersprache der Meerschweinchen

Starre Meerschweinchen verfallen in eine Starre und verharren regungslos, wenn sie Angst haben. Sie reißen die Augen dabei weit auf. Meist beruhigen sich die Schweinchen innerhalb einiger Minuten wieder.
Treteln oder Treten Das Mehrschweinchen legt sein Gewicht auf die Vorderbeine und hebt abwechselnd ein Hinterbein hoch. Diese Verhaltensweise hängt oft mit der Drohgebärde zusammen.
Drohen Kurz vor dem Kampf zeigen sich die Rivalen ihre Breitseite und sträuben das Fell. Dabei klappern die Kontrahenten mit den Zähnen und präsentieren ihre Hoden. Außerdem stoßen sie Purr-Laute aus.
Tänzelnde Bewegungen Damit macht das Männchen dem Weibchen den Hof. Es nähert sich dem Weibchen und umkreist es langsam, während es sich vom einen auf das andere Bein wiegt. Dazu purrt der Bock.
Harnspritzen Das Weibchen wehrt einen zu aufdringlichen Bock ab, indem es mit Harn spitzt. Es kann recht hoch und weit spritzen.
Hinterm Ohr lecken Wenn sich Meerschweinchen gegenseitig hinter dem Ohr lecken, handelt es sich immer um eine liebevolle Geste. Sie trösten ängstliche oder kranke Meerschweinchen oder zeigen einfach nur ihre Zuneigung. Diese Geste ist oft bei älteren Tieren zu beobachten, die sich um Jungtiere kümmern.

Lautsprache verstehen

Quieken Das lang gezogene, durchdringende Pfeifen ist ein Bettellaut.
Quietschen Meerschweinchen quietschen, wenn sie Angst oder Schmerzen haben.
Glucksen Ein glucksendes Meerschweinchen ist ein zufriedenes Meerschweinchen. Manchmal zeigt es seine Freude noch zusätzlich durch lustige Bocksprünge.
Fiepen Ein Meerschweinchen, das fiept, fühlt sich verlassen oder hat Angst. Dies ist auch der erste Laut, den ein kleines Meerschweinchen beherrscht.
Purren Männchen, die sich auf der Balz befinden oder einem Kontrahenten drohen, geben die Purr-Laute von sich.

Haltung mit anderen Nagetieren

Meerschweinchen neben einem Hasen Meerschweinchen vertragen sich zwar mit Kaninchen, aber brauchen dennoch Artgenossen, um glücklich zu sein.

Ist die Haltung von Meerschweinchen mit anderen Nagern sinnvoll?

Zwar ist es weit verbreitet, Kaninchen mit Meerschweinchen zu vergesellschaften. Diese verschiedenen Arten dulden sich auch; jedoch findet keine Kommunikation zwischen ihnen statt. Daher sind sie weniger geeignete Partner als ein wirklicher Artgenosse. Ein Zusammenleben von Meerschweinchen und Hasen oder mit anderen Nagern ist lediglich ein Notbehelf, weder Meerschwein noch Hase werden sich in dieser aufgezwungenen Zweckgemeinschaft richtig wohlfühlen. Besonders Meerschweinchen sind sehr stressanfällig. Die Kommunikation der Meerschweinchen im Rudel besteht aus Körper- und Lautsprache, die nicht unbedingt mit der Bedeutung der Körpersprache von Hasen und Co. übereinstimmt.

Anforderungen an das Zusammenleben

Falls Du trotzdem zwei unterschiedliche Nagerarten in einer Behausung leben lassen möchtest, beachte, dass Du für beide Tiere unterschiedliche Bereiche einrichten solltest, die der jeweils andere Nager nicht erreichen kann. So haben vor allem die kleineren Meerschweinchen eine Rückzugsmöglichkeit. Reiche in ebendiesen Bereichen das Futter, denn die unterschiedlichen Nager benötigen häufig unterschiedliche Nahrung. Falls Du Aggressionen oder Verletzungen bemerkst, solltest Du die Gruppe unmittelbar trennen.


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