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Katzenratgeber - Tipps, Hilfe und Ideen rund um Katzen

Die Problemkatze: Was tun, wenn die Katze...?

Was tun, wenn die Katze an Möbeln und Tapete kratzt? Tipps gegen unerwünschtes Kratzen

Bild dreifarbige Katze Auch wenn Sie noch so flauschig sind - Katzen lieben es, an Möbeln zu kratzen

Katzen haben scharfe Krallen. Wenn Sie mit diesen an Möbeln oder Tapeten kratzen, entstehen dabei nicht selten ärgerliche Schäden. Vor allem wenn die Wohnung vor Kurzem erst renoviert oder Möbelstücke gerade erst bestellt wurden, ist der Frust beim Halter in der Regel groß. Vielen wäre es somit am liebsten, dem Stubentiger das Kratzen grundsätzlich abzugewöhnen: Dies wird leider nicht funktionieren, denn Kratzen gehört nun einmal zum Wesen und Verhalten von Katzen dazu. Mit Hilfe der folgenden Tipps können Sie allerdings die Chancen steigern, dass Ihr tierisches Familienmitglied zumindest die Einrichtung in Zukunft verschont.

Kratzen ist bei Katzen fest im natürlichen Verhalten verankert

Krallenwetzen ist für Katzen ein völlig natürliches Verhalten. Zum einen dient es der Pflege: Da ihre Krallen stets nachwachsen, kann die Katze sie durch Kratzen schärfen und auf Länge halten. Durch die raue Oberfläche der Kratzgegenstände können zudem Dreck und Splitter entfernt werden - die Krallen bleiben gepflegt und funktionstüchtig. Weiterhin kratzt die Katze, um mit Artgenossen zu kommunizieren. An ihren Pfoten befinden sich Drüsen, aus denen beim Kratzen Pheromone austreten. Hinterlässt der Stubentiger seine Spuren an bestimmten Orten, dient das der Reviermarkierung. Dies geschieht nicht nur im Freien, wo die Katze z. B. bestimmte Bäume immer wieder aufsucht, und sich an diesen durch wiederholtes Kratzen verewigt. Auch in der Wohnung will sie Zeichen setzen und möglichen Rivalen signalisieren: „Aufgepasst, hier bin ich der Herr im Haus.“.

Wenn Ihr Tier für diese Botschaft den teuren Ledersessel oder das neue Sofa auswählt, kann das eigentliche Imponier- und Komfortverhalten für Sie als Besitzer natürlich sehr unangenehm sein. Seien Sie sich jedoch bewusst: Völlig abgewöhnen lässt sich das Kratzen bei Hauskatzen leider nicht. Es ist lediglich möglich, mit Hilfe von ein paar Tricks zu verhindern, dass sich Mieze bei ihrer Lieblingsbeschäftigung allzu sehr der guten Einrichtung hingibt.

Mit ausreichenden Alternativen können Sie Ihre Möbel vor den Krallen der Katze beschützen

Bild Babykatze mit Kratzbaum Ein Kratzbaum kann helfen, dass die Katze nicht mehr an die Möbel geht.

Wichtig ist es insbesondere, Ragdoll, Siam, Perser und Co.  ausreichend Kratzmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Sind legale Kratzstellen nicht vorhanden, werden sie sich weiterhin an Wänden, Fußboden und Möbeln auslassen.

Bewährt haben sich in diesem Zusammenhang vor allem Kratzbäume, idealerweise deckenhoch und mit Plattformen, von denen aus der Vierbeiner sein Revier gut beobachten kann. Wird der neue Kratzbaum weitgehend ignoriert, dann liegt es vielleicht am falschen Standort. Stellen Sie den Baum an eine für die Katze attraktive Stelle. Vielleicht ist es sogar nötig umzuräumen und ihn dort zu platzieren, wo sich zuvor das bevorzugte "Kratzmöbel" befand. Zu Beginn empfiehlt es sich zudem, dass Sie der Katze den Kratzbaum schmackhaft machen. Reiben Sie selbst einmal daran und animieren Sie Ihren Liebling, den Gegenstand für sich zu markieren. Sobald Ihre Katze sich dann selbst die Krallen schärft, wird sie gelobt und mit einem Leckerli belohnt. Da Kratzstellen aus Katzensicht ständig aufgefrischt werden müssen, wird der Baum schon bald zu einer dauerhaften Kratzstelle werden.

Ist Ihre Katze sehr aktiv oder fährt sie ihre Krallen besonders gerne über den Boden, sind zusätzliche Katzbretter empfehlenswert. Legen Sie diese am besten in die Nähe der bisherigen, aber unerwünschten Kratzstellen und schonen Sie so Ihren Holzboden oder Teppich. Die Gewöhnung an Kratzbretter geschieht wie beim Kratzbaum.

Langeweile als Auslöser: Wird Ihre Katze genügend beschäftigt?

Bild Kratzbaum Wenn sich Ihre Katze an den Kratzbaum gewöhnt hat wird sie kein Interesse mehr an Ihren Möbeln haben

Nicht immer ist das Markieren des Reviers oder die Notwendigkeit die Krallen zu pflegen, die Ursache für das Kratzen. Ein weiterer Grund kann Langeweile sein. Erfährt eine Katze nicht genügend Beschäftigung, kommt es häufig vor, dass sie plötzlich beginnt das Interieur zu zerkratzen. Besonders wenn Katzen alleine gehalten werden, entwickeln sie dieses Verhalten. In diesem Fall hilft nur eins: Widmen Sie Ihrer Samtpfote mehr Aufmerksamkeit und sorgen sie dafür, dass sie sich beim Spielen ordentlich austoben kann. Auch eine Zweitkatze kann in dieser Hinsicht Abhilfe schaffen.

Übrigens: Auch die Kastration kann eine Möglichkeit sein, um Schäden in der Wohnung zu verringern. Vor allem unkastrierte Tiere weisen ein starkes Revierverhalten auf und kratzen überdurchschnittlich viel. Nach der Kastration kann es daher durchaus passieren, dass die Katze ungewünschte Kratzplätze weniger nutzt. Lesen Sie mehr zu diesem Thema im Ratgeber Kastration von Katzen.

Möbel und Tapeten unattraktiv für die Katze machen

Sie haben alle möglichen Ursachen beseitigt - genügend Kratzmöglichkeiten geschaffen und für Beschäftigung gesorgt - aber dennoch kann Ihre Katze einfach nicht die Krallen vom Sofa lassen? Dann kann es helfen, wenn Sie die unerwünschten Kratzstellen zeitweise unattraktiv gestalten. Beispielsweise können Sie dort Tücher platzieren, die Zitrus- oder Mentholduft verströmen. Das mögen die niedlichen Vierbeiner gar nicht. Gleiches gilt für bestimmte Materialien wie Klebeband, Plastik- oder Alufolie.

Zusätzlich ist natürlich Konsequenz gefragt: Erwischen Sie Ihre Katze beim Kratzen an Möbeln, Teppichen oder Tapeten, sagen Sie strikt "Nein!". Anschließend nehmen sie den Stubentiger und setzen ihn vor den Kratzbaum. Wird dieser genutzt, muss nun sofort ein Lob erfolgen. Auch wenn Ihre Katze von selbst an einen Kratzbaum oder ein Kratzbrett geht, sollten Sie sie von Zeit zu Zeit mit Futter oder Spiel beloben. Nach einiger Zeit werden sich die geschaffenen Kratzalternativen etablieren.

 

 

 

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