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Übersicht: Sex-Tipps, Beziehungsratgeber & mehr

Ab und zu haben Männer keine Lust auf SexAb und zu haben Männer keine Lust auf Sex
Was können wir tun in Phasen sexueller Lustlosigkeit?

Wir alle kennen das: Der Tag beginnt trüb und dunkel, und so wird er bleiben. Nichts reißt uns aus unserer Lethargie. Kein Blick eines Nächsten, der uns ein Lächeln ablockt, keine Bewegung, die unser Begehren weckt, kein Körper, der unsere Lust erregt. Was ist los mit uns? Die Diagnose einer Depression ist schnell bei der Hand. Doch sollten wir nicht zurückhaltend sein mit solchen Bestimmungen? Sollten wir nicht geduldig den Umgang lernen mit Phasen der Lustlosigkeit?

Rhythmen sexuellen Appetits

Ist es nicht normal, dass auf Phasen intensiver erotischer Spannung Zeiten der Entspannung und der Abschlaffung folgen? Geben wir Acht auf unsere Zyklen sexueller Interessiertheit und Langeweile, achten wir auf unsere körperlichen Rhythmen und seien wir optimistisch, dass unsere Lust auf Sex und Erotik wiederkehrt! Wir alle kennen das: Im Frühling und im Hochsommer ist das Verlangen grenzenlos, im Winter aber scheint der Vulkan unserer Begierde erloschen, ein kleines Flämmchen im Herdfeuer nur noch. Der nächste Frühling aber kommt bestimmt!

Oftmals sind gerade Phasen intensiver körperlicher Auslastung, etwa im Beruf oder im Sport, gleichzeitig Phasen, in denen das Interesse am nackten Körper des Anderen gen Null tendiert. Gerade aber Sport, körperliche Höchstleistung, Schwitzen und Verausgabung bringen sexuelle Fantasien zum Blühen, und die Lust auf wilden Sex wirft uns aus dem Takt! Vorsicht beim Fahrradfahren! Sexueller Appetit steht also in subtiler bis grober Abhängigkeit von dem, was uns sonst im Leben umtreibt, kennt ein Auf und Ab wie das Leben und wie die Natur, die wir formen und gestalten, die aber stets als unverfügbares Anderes uns zu unterwerfen droht.

Genuss abseits gewohnter Bahnen

Gelangweilt reagieren wir auf die eindeutigen Reize von Menschen, die uns sonst das Wasser zusammenlaufen lassen: Brüste, Hintern, Hüften. Volle Lippen, blitzende Augen, eine Hand fährt durch das Haar. Wir reagieren mit Langeweile und wundern uns über uns selbst. Doch gibt es nicht viele Formen der Erotik jenseits der Finalität des Geschlechtsakts? Und sind nicht oft Erotik und Sexualität mit ganz gewöhnlichen und alltäglichen Formen der Sinnlichkeit vermischt? Ein Mund, der in einen Apfel beißt; ein Nacken, der, durch eine nachlässige Handbewegung durch kastanienbraunes Haar entblößt, weniger das Verlangen nach stürmischer Eroberung weckt als den Wunsch, diesen Anblick, so schnell vorbei, ewig mit stillem, unbemerktem Blick genießen zu können.

Auch die Kunst, geschaffen zum sinnlichen Genuss unter der Bedingung des Verzichts der Aneignung und Zerstörung des Objekts, kann in Phasen der Lustlosigkeit neue Säfte und Kräfte in uns heraufsteigen lassen. Aufgeregt huscht sie zwischen den nackten griechischen Statuen herum, und niemand weiß, dass sie keine Unterwäsche trägt. Unauffällig huscht er nach einer auffällig langen Betrachtung der Venus de Milo in eine von Besuchern wenig frequentierte Ecke und hofft inständig darauf, dass sich die Erregung, die ihn plötzlich überkam, wieder legt.

Manchmal klappt es nicht beim MannManchmal klappt es nicht beim Mann
Natur sinnlich genießen

Bevor man sich fragt, ob die sexuelle Lustlosigkeit und das Desinteresse an Nacktheit, Erotik und Sex, das man an sich feststellt, Zeichen einer Depression sind, bevor man sich schließlich gar fragt, ob es einer medikamentösen Therapie bedarf, um diese Lustlosigkeit, dieses Desinteresse zu bekämpfen, sollte man sich die vielen Spielarten der erotischen Begegnung vergegenwärtigen. Nicht nur das körperliche Rein-Raus-Spiel ist Sex! Sex liegt auch in Blicken, Sex ist eine Frage der Sensibilität der Hände und der Haut, der Schulung und Gewandtheit der Zunge, der Lippen, der Zähne.

Sex liegt im Keim verborgen bereits in der gewöhnlichen Sinnlichkeit des Schmeckens. Die Mythologien der Völker haben die Verwandtschaft von Essen und Sex immer wieder gezeigt. Eva reicht Adam den Apfel, dieser beißt hinein und erkennt ihrer beider Nacktheit, und schnell wissen beide, wie schön Sex sein kann! Ohne den Genuss dieser verbotenen Frucht hätten sich beide nie so intensiv kennengelernt.

Denken wir auch daran, wie oft Beschreibungen menschlicher begehrenswerter Schönheit von der Erinnerung an sinnliche Genüsse der nichtmenschlichen Natur leben. Kann die Weichheit weiblicher Haut keine Freudenschauer hervorrufen, so mache man sich bewusst, dass nicht nur die Haut junger Frauen zart ist wie Pfirsichhaut, sondern dass auch die Oberfläche eines Pfirsichs! Man greife sich einen reifen Pfirsich, spüre mit seinen Fingerkuppen die Weichheit seiner Haut, fahre behutsam über seine Rundungen, spüre zärtlich und aufmerksam seinen Vertiefungen nach, verfolge mit wachsender Aufregung seine Kerbung zwischen beiden vollen Halbkugeln, nehme nebenbei wahr, wie das Wasser im Mund zusammenläuft, die Ungeduld steigt und steigt – und beiße schließlich herzhaft ins pralle Fleisch.

Das Aphrodisiakum der Nachlässigkeit

Schließlich genügt eine banale Feststellung, um uns allzu große Besorgnis über unsere zeitweilige sexuelle Lustlosigkeit zu nehmen. Sind es nicht gerade Frauen, deren Unaufmerksamkeit uns gegenüber uns reizt, alles zu unternehmen, um uns ins Zentrum ihres Interesses zu rücken? Ihren Blick zu fangen, bis sich ihre Pupillen blitzartig weiten? Sind es nicht gerade Menschen, deren Unbekümmertheit ihrer Umgebung gegenüber uns überzeugt, dass wir es hier mit unabhängigen, selbstbewussten Persönlichkeiten zu tun haben, deren Wertschätzung uns mehr am Herzen liegen sollte als die derer, die sich von jedem und allem jederzeit hinreißen lassen?

So können auch wir uns eine größere Sorglosigkeit um die Wahrnehmung der anderen leisten – in der sicheren Gewissheit, gerade durch diese Unbekümmertheit Gegenstand ihres Begehrens werden zu können. Der berühmte Schlafzimmerblick einer Frau: Wie sehr sie ihn auch vor dem Spiegel üben mag, vollkommen überzeugend ist er nur ohne jeden Anschein der Forciertheit beim vollkommenen Aufgehen im Gedanken des Schlafzimmers. Lassen wir uns überraschen, wie andere auf unsere Schlafzimmerblicke reagieren. Im besten Fall ist die vermeintliche Depression in Sekundenschnelle überwunden.

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