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Was fressen Kaninchen?

Was fressen Kaninchen Nicht alle Pflanzen und Früchte eigenen sich zur Fütterung von Kaninchen.

Wer einem Kaninchen ein Zuhause schenken möchte, sollte sich zuvor über die artgerechte und gesunde Ernährung des Kleintieres Gedanken machen. Bei der Fütterung von Kaninchen gibt es nämlich einiges zu beachten. So sollten bestimmte Grundnahrungsmittel ständig zur Verfügung stehen, besondere Snacks jedoch nur hin und wieder auf dem Speiseplan stehen.
In diesem Ratgeber erfährst Du alles, was Du über die Fütterung und artgerechte Ernährung von Kaninchen wissen solltest. Wir beantworten alle wichtigen Aspekte rund um die Frage: Was fressen Kaninchen?

Kaninchen sind 24-Stunden-Fresser

Kaninchen sind Dauerfresser, die rund um die Uhr kleine Mahlzeiten zu sich nehmen. Ihr Magen ist somit niemals ganz leer, was für das empfindliche Verdauungssystem der kleinen Tiere von Bedeutung ist. Wenn Kaninchen zu lange nichts oder sehr unregelmäßig zu fressen bekommen, stürzen sie sich auf das Futter und fressen mit solch einer Hast, dass Darmprobleme wie vor allem Blähungen entstehen können. Diesem Problem wirkst Du am effektivsten mit der ständigen Gabe von Heu entgegen. So hat das Kaninchen auch zwischen den "Hauptmahlzeiten" stets etwas zu knabbern. Selbiges gilt für die Gabe von Wasser. Weiterführende Informationen findest Du im kleinen Wasserratgeber.

Wichtige Hinweise zur Fütterung von Kaninchen

Eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung ist das A und O für die Gesundheit. Heu, frisches Grünfutter, Obst und Gemüse – die richtige Ernährung für das Kaninchen ist weder kompliziert noch aufwendig.

Kaninchen Dauerfresser Kaninchen sollten immer Futter zur Verfügung haben, da sie Dauerfresser sind.

Trotzdem solltest Du bestimmte Dinge beachten. Futterreste müssen schnell aus dem Käfig entfernt werden. Sie können sonst verderben und eine Gefahr für das Kaninchen darstellen.

Bei der Futterumstellung ist es wichtig, dass sie nicht zu radikal erfolgt, weil der Darm des Zwergkaninchens sehr empfindlich ist. Im Frühjahr, wenn wieder frisches Grünfutter auf dem Speiseplan steht, sollte man das Tier peu à peu daran gewöhnen. Zudem sollte bedarfsgerecht gefüttert werden. Je nach Jahreszeit, Wachstum oder Trächtigkeit muss der Speiseplan anders gestaltet werden.

Futter für Kaninchen

Heu bzw. Raufutter

Raufutter sind getrocknete Pflanzen, bei uns meist das Wiesenheu. Es besteht aus getrockneten Wiesen und Kräutern und wird als Brot des Kaninchens bezeichnet. Der Grundstock der gesunden Ernährung ist demnach Heu. Es sollte den Kaninchen zur freien Verfügung stehen. Dank seines Reichtums an Rohfasern hält es die Verdauung in Gang und sorgt für eine zügige Darmpassage. Außerdem unterstützt Heu die gesunde Darmflora. Beim Zermalmen der Heuhalme werden die Zähne natürlich abgenutzt, es bietet dem Kaninchen bei Langeweile Knabberbeschäftigung und macht nicht dick. Natürlich muss auf die Qualität des Raufutters geachtet werden. Es darf nicht schimmelig oder staubig sein. Je älter Heu ist, desto schwerer verdaulich ist es für das Kaninchen. Üblich ist auch die Fütterung von Laubheu mit getrockneten Blättern von Weichhölzern.

Grünfutter

Kaninchen Grünfutter Grünfutter sollte sauber, frisch und möglichst vielfältig sein.

Grünfutter besteht aus frischem Grünzeug wie Gräsern, Kräutern oder Blumen. Außerdem kann man Korbblütler oder Raublattgewächse reichen. Auf einer artenreiche Wiese kann man bei einem Spaziergang pflücken, was die Natur bietet, und dem Kaninchen mitbringen: Gräser, Löwenzahn, ein wenig Klee, Gänseblümchen, Wegerich, Schafgarbe usw. Achte darauf, dass das Grünfutter nicht verschmutzt und möglichst gemischt ist.

Saftfutter: Gemüse und Obst

Im Winter, wenn der Nager auf frisches Grünfutter verzichten muss, gibt es Obst und Gemüse: Karotten, Fenchel, Brokkoli, Gurke, Zucchini, Salate, Apfel, Birne, Beeren. Kohl ist stark blähend und sollte daher vorsichtig bis gar nicht gefüttert werden.

Zum sogenannten Saftfutter zählen zudem Zucker- und Futterrüben, Feldgemüse, Knollen, Wurzeln und Rote Beete. Verwende frische Ware, da die Früchte durch Lagerung schnell und besonders Vitamin A verlieren. Abkochen ist nicht notwendig, lediglich sollten Verschmutzungen und Sämlinge entfernt werden. Auch muss das Futter nicht zerkleinert werden, da Kaninchen das Nagen lieben.

Neben den bereits genannten Früchten sind Bucheckern, Eicheln, Kastanien und Obst sehr beliebt. Angefaulte Früchte und solche mit Wurmfraß dürfen nicht verfüttert werden. Allgemein ist bei der Fütterung von Obst Vorsicht geboten. Obst enthält viel Zucker, der sich negativ auf die Gesundheit Deines Kaninchens auswirken kann. Obst sollte deshalb nur in geringen Mengen und nicht täglich verfüttert werden. Zudem solltest Du nur heimisches Obst verfüttern und davon nicht jede Sorte.

Trockenfutter

Wer sein Kaninchen mit Heu, frischem Grün- und Saftfutter ernährt, benötigt keine Fertigmischungen aus Körnern oder in Pelletform. Wer dennoch nicht darauf verzichten will, sollte auf die Inhaltsstoffe achten und vorsichtig mit der Fütterung sein. Denn Getreide, Mais, Nüsse und Zucker können dem Kaninchen Verdauungsprobleme schaffen.

Kaninchen Trockenfutter Trockenfutter kann vor allem im Winter den Speiseplan ergänzen, ist aber selten nötig.

Körnerfutter

Körnerfutter ist ein sehr gutes Kraftfutter. Es wird eine Mischung aus Hafer, Weizen, Gerste und Mais empfohlen. Dabei sollte der Anteil Gerste gering sein, da es die Verdauung stark belastet. Daneben sind Erbsen, Sojabohnen und Sonnenblumenkerne beliebt. Bei Durchfall und während der Mauser wird die Anwendung von geschroteten oder gemahlenen Leinsamen als Brei empfohlen.

Fertigfutter

Die gepresste Fertigfutter-Variante ist seit den 50er-Jahren verbreitet. Es hat sich die Pelletform durchgesetzt, die aus verschiedensten Futtermitteln zusammengesetzt sind. Der Vorteil der Pellets besteht in der Einfachheit der Anwendung und der Tatsache, dass alle wichtigen Stoffe enthalten sind. Der große Nachteil sind die Kosten, die im Vergleich zu frischem Futter enorm sind. Bei der Fütterung mit Pellets muss auf die Beigabe von Raufutter und die ausreichende Wasserversorgung geachtet werden.

Frisches Wasser

Wasser ist das wichtigste Element des Lebens. Der Körper gibt ständig Feuchtigkeit ab, die wieder ersetzt werden muss. Deshalb solltest Du Deinem Kaninchen stets frisches Wasser zur Verfügung stellen. Der Bedarf hängt vor allem mit der Außentemperatur zusammen. Das Trinkwasser sollte stets kühl sein und im Winter eine Temperatur von ca. 8°C haben. Ein ausgewachsenes Kaninchen benötigt ungefähr 0,25 l pro Tag, eine säugende Häsin ca. 1,25 l und eine Hasenmutter mit Kindern verbraucht etwa 2 l. Das Wasser kannst Du in speziellen Trinkbehältern für Kaninchen zur Verfügung stellen. Beachte allerdings, dass Du diese regelmäßig reinigen solltest.

Nagebedürfnis und Abnutzung der Zähne

Kaninchenfutter Hasel Zweige wie von der Hasel sind gesund und nutzen die Zähne ab.

Die Abnutzung der Schneidezähne erfolgt in erster Linie durch die eigenartige Mahlbewegung beim Kauen. Ebenso eigenartig ist das Wachstum der Zähne. Dieses und das Vorhandensein von Nagezähnen machen das Nagen zu einer Notwendigkeit. Achte darauf, dass Deinem Kaninchen genügend Holz zur Verfügung steht, um diesem Trieb Genüge zu tun. In den Kleinanzeigen findest Du beim Nagerzubehör zum Beispiel Nagebretter.

Es eignen sich aber auch Zweige und Äste aus dem Garten. Zudem kann das Kaninchen vor allem im Winter wichtige Wirkstoffe mit der Rinde aufnehmen. Hierzu eignen sich besonders Obstbäume oder Ranken von Him- und Brombeeren, Zweige von Haselnuss oder Hainbuche.

Wichtige Nährstoffe

Proteine, Kohlenhydrate, Fette, Mineralstoffe

Proteine sind für den Aufbau des Kaninchenkörpers sehr wichtig. Besonders Jungtiere und säugende Häsinnen sind darauf angewiesen. Achte dementsprechend stets auf die Inhaltsstoffe des Futters.

Kohlenhydrate liefern Energie, Wärme und Kraft. Größeren Energiebedarf haben trächtige und säugende Häsinnen, Klein- und Zwerg-Rassen sowie alle Kaninchen an kalten Tagen.

Ebenfalls als Energielieferanten dienen Fette. Durch sie wird außerdem die Mastleistung erhöht und, für Wirtschaftszüchter wichtig, der Geschmack des Fleisches verbessert. Fette können z.B. über Nüsse zugeführt werden.

In Heu und Stroh sind die substanziellen Mineralstoffe wie Kalzium, Natrium oder Kalium enthalten. Sie sind besonders für den Aufbau des Skeletts bei Jungtieren wichtig. Da viele Tiere unter Kalziummangel leiden, kann man die Zugabe von Mineralienzusätzen in Betracht ziehen. Oft hilft aber schon eine abwechslungsreiche Nahrung.

Kaninchen Heu Mineralstoffe sind vor allem in Heu und Stroh zu finden.

Vitamine

Viel höher noch als bei Kaninchen im Gehege ist der Vitaminbedarf bei jenen in Stallhaltung. Kaninchen bilden die wenigsten Vitamine selbst, die Aufnahme über das Futter ist lebensnotwendig. Mangel an Vitaminen hat Haarausfall, nervöse Störungen, geringe Fruchtbarkeit, Stoffwechselstörungen, verminderte Widerstandskraft, Wachstumsstörungen und andere Unregelmäßigkeiten zur Folge.

  • Vitamin A: bes. im Winter wichtig - Karotten füttern
  • Vitamin B: vom Tier selbst hergestellt, Beigabe nur bei Behandlung mit Antibiotika
  • Vitamin C: nicht dieselbe Bedeutung wie für den Menschen, wird vom Tier selbst hergestellt
  • Vitamin D: Aufnahme über die Sonne - Beigabe im Winter und bei Stallhaltung
  • Vitamin E: Mangel führt zu schweren Schäden - Zusätze bereithalten

Spurenelemente

Spurenelemente sind in Futterpflanzen in genügender Menge vorhanden. Überflüssig Aufgenommenes wird wieder ausgeschieden und ist nicht schädlich.

Gefährliches Futter

Du solltest unbedingt darauf achten, Deinem Kaninchen ausschließlich frische Nahrung zu reichen. Faules Obst und welkes Grünzeug verursachen gefährliche Magen- und Darmschleimhautentzündungen. Ähnliches gilt aufgrund der weithin verwendeten Pflanzenschutzmittel auch für ungewaschenes Obst und Gemüse.

Der Magen und der Darm des Kaninchens sind sehr empfindlich. So sollten scharfe Zwiebelgewächse wie Zwiebeln, Porree und Schnittlauch nicht verfüttert werden. Der Großteil der Kohlarten wie Rot-, Weiß- und Rosenkohl kann zu Blähungen und Durchfall führen.

Giftig sind rohe Bohnen, Triebe von Kartoffeln und manche Avocadoarten. Exotische Früchte führen oft zu Durchfall und sollten nicht gegeben werden. Weiter verursachen große Mengen an Steinobst, Rhabarber, Radieschen, Rettich sowie rohe Erbsen und Linsen Krankheitserscheinungen besonders des Darms. Auf welche Pflanzen Kaninchen mit Unverträglichkeiten reagieren, verraten wir Dir im Ratgeber Was ist für Kaninchen giftig: Was dürfen Hasen nicht fressen? Weitere Hinweise zu den Krankheiten von Kaninchen lesen sie im Gesundheitsratgeber.

Nicht verfüttert werden dürfen Zweige von Steinobstsorten, Eiche und Kastanie, alle Zwiebelgewächse, Porree, Hülsenfrüchte, Aubergine, Avocado und Rhabarber. Rohe Kartoffeln und Kraut, grüne Tomaten und rohe Bohnen sind giftig. Auf welche Pflanzen Kaninchen mit Unverträglichkeiten reagieren, erfahren Sie ausführlich im Ratgeber Was dürfen Kaninchen bzw. Hasen nicht fressen?
 

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